Koordinierungsgruppe Anthropogene Spurenstoffe im Wasserkreislauf

(KG AS)

Basisinformationen

Anthropogene Spurenstoffe sind organische Schad- stoffe wie Humanpharmaka, Industriechemikalien, Körperpflegemittel, Waschmittelinhaltsstoffe, Nahrungsmittelzusatzstoffe, Additive in der Abwasser- und Klärschlammbehandlung, Veterinärpharmaka, Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungs- mittel sowie Futterzusatzstoffe.

Die aktuelle Diskussion dieser Stoffe zeigt, dass die vielfältigen Aspekte human- und ökotoxikologischer Art, die naturwissenschaftlichen und technischen Rand- bedingungen und nicht zuletzt die administrativen und juristischen Optionen einer systematischen Aufarbeitung bedürfen.

Dieser Aufgabe stellt sich eine Koordinierungsgruppe der DWA.

Koordinieren und die Richtung vorgeben

Das Thema „Anthropogene Spurenstoffe“ betrifft die DWA mit ihrem vielfältigen Themensprektrum in zahreichen Fachbereichen, die von den insgesamt 10 DWA-Hauptausschüssen abgedeckt werden. Eine hauptausschussübergreifende Koordinierungsgruppe „Anthropogene Spurenstoffe im Wasserkreislauf“ hat die Aufgabe übernommen, eine abgestimmte DWA-Meinung aus den Ergebnissen der Fachgremienarbeit zusammenzufassen und daraus Handlungsbedarfe für die DWA-Gremien abzuleiten. Auch Fragen der Vermittlung dieses Themas an Öffentlichkeit und Verbraucher, deren gesundheitliche Sorgen und ästhetisches Empfinden und Sicherheitsanspruch an die Trinkwasserversorgung sind zu diskutieren – sinnvollerweise auch in einer strukturierten Risikobetrachtung und einer transparenten Folgenabschätzung.

DWA-Position "Anthropogene Spurenstoffe im Gewässer"

Bislang ist die Datenlage zur Bewertung von anthropogenen Spurenstoffen und ihren Abbauprodukten im Wasserkreislauf noch unvollständig. Hier besteht erheblicher Forschungsbedarf, damit die Risiken nach wissenschaftlichen Kriterien bewertet werden können. Nötige Maßnahmen sind mit Augenmaß zutreffen. Die Entscheidung über die sinnvollste Lösung sollte in jedem Einzelfall unter Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Kriterien transparent für jeden Beteiligten getroffen werden. Dabei sind die technischen Grenzen der Abwasserbehandlung und die Bildung von Transformationsprodukten zu berücksichtigen. Der Reinigungserfolg ist gegenüber den Zielen des Ressourcen- und Klimaschutzes abzuwägen. Wesentlich ist es zudem, die Chemikalien- und Gewässerpolitik zu harmonisieren.

Politischer Workshop zu anthropogenen Spurenstoffen im Wasserkreislauf

Am 7.2.2011 fand in Berlin ein politischer Workshop zum Thema „Anthropogene Spurenstoffe im Wasserkreislauf“ statt. Eingeladen waren Parlamentarier, Mitarbeiter aus den Bundes- und Landesbehörden, aus der Wissenschaft, Wasserwirtschaft sowie aus Unternehmen und Verbänden. Rund 100 Personen nahmen an der Veranstaltung teil. Im Anschluss an die Fachvorträge erfolgte eine Aussprache mit den anwesenden Politikern. Es wurde deutlich, dass Mikroverunreinigungen in erster Linie ein Problem der aquatischen Ökosysteme und der Biodiversität darstellen. Die Konzentration an Arzneimitteln im Trinkwasser ist so gering, dass derzeit keine Gefährdung des Menschen zu befürchten ist.

Übersicht über Forschungsaktivitäten

Zu Anthropogenen Spurenstoffen gab es in den letzten 10 bis 15 Jahren vielfältige Forschungsaktivitäten. Zum einen zielten diese auf die Bewertung des Risikos der verschieden Stoffgruppen ab, darunter Human- und Tierarzneimittel, Pflanzenschutzmittel, Flammschutzmittel, Antifoulingmittel, Moschusverbindungen, Biozide, Pestizide, Alkylphenole, Tributylzinnverbindungen, Phthalate und Bisphenol A. Zum anderen ging es um Techniken der Spurenstoffelimination im Rahmen der Abwasserbehandlung und Trinkwasseraufbereitung. Alle Projekte, von denen die DWA Kenntnis erhält, werden in einem Steckbrief erfasst. Anthropogene Spurenstoffe sind organische Schadsstoffe wie Humanpharmaka, Industriechemikalien, Körperpflegemittel, Waschmittelinhaltsstoffe, Nahrungsmittelzusatzstoffe, Additive in der Abwasser- und Klärschlammbehandlung, Veterinärpharmaka, Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel sowie Futterzusatzstoffe.