Rahmenbedingungen für die nachhaltige Siedlungswasserwirtschaft gewährleisten

Die Siedlungswasserwirtschaft steht vor erheblichen Herausforderungen durch die demografische Entwicklung, den Klimawandel und den zunehmenden Fachkräftemangel. Hinzu kommen die anstehenden erheblichen Reinvestitionen in die sehr langlebige wasserwirtschaftliche Infrastruktur. Die DWA geht davon aus, dass etwa ein Fünftel aller Haltungen der Kanalnetze kurz- oder mittelfristig sanierungsbedürftig sind. Auch bei den Kläranlagen steigt der Reinvestitionsbedarf deutlich. Steigende Betriebskosten sind aufgrund der wachsenden Ansprüche in allen Bereichen der wasserwirtschaftlichen Aufgabenerfüllung zu erwarten. Von der Politik fordert die DWA, durch entsprechende Anreize und Förderungen die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Aufgabenerfüllung und die Bewirtschaftung dieser wertvollen Infrastruktur zu schaffen bzw. zu erhalten. Die Abwasserentsorger in Deutschland nutzen Effizienzpotenziale und verbessern kontinuierlich die hohen Leistungsstandards, z. B. durch Instrumente wie Benchmarking oder Technisches Sicherheitsmanagement. Darüber hinaus müssen durch Kooperationen der Betriebe weitere Möglichkeiten genutzt werden. Strukturveränderungen und bestehende Finanzierungsmodelle sollten geprüft bzw. überprüft werden. Zudem muss die Infrastrukturentwicklung sektorübergreifend besser koordiniert werden.

  • Die Rahmenbedingungen für Kooperationen und interkommunale Zusammenarbeit müssen verbessert werden. Leitmotiv muss die Qualität und die Effizienz der Aufgabenerfüllung sein.

  • Finanzierungs- und Entgeltmodelle sollten – auch vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung- noch besser auf die Anforderungen der Siedlungswasserwirtschaft abgestimmt werden. Investitionen, die Innovationen bedeuten, sollten stärker gefördert werden.

  • Für die Gewinnung von Fachkräften in der Wasserwirtschaft muss die Politik mehr Anreize schaffen.

  • Benchmarkingprojekte und die Verwendung anderer freiwilliger Instrumente zur kontinuierlichen Verbesserung der Leistungsqualität und der Sicherheit, wie z. B.  Managementsysteme oder das technische Sicherheitsmanagement müssen auf kommunalpolitischer Ebene besser unterstützt werden. Dies gilt insbesondere auch bei kleinen Betrieben.