Spurenstoffe im Wasserkreislauf reduzieren

Die DWA unterstützt die Erarbeitung einer Spurenstoffstrategie des Bundes, die allerdings alle Sektoren einbeziehen muss. Anthropogene Spurenstoffe aus kosmetischen und pharmazeutischen Produkten, Industriechemikalien sowie aus der landwirtschaftlichen Anwendung (z. B. Pflanzenschutzmittel) müssen in den Gewässern deutlich vermindert werden. Dabei gilt es zuerst Lösungen zur Vermeidung oder Verminderung von Stoffen an den Eintragspfaden zu finden. Wenn dies nicht möglich oder unverhältnismäßig ist, können Maßnahmen zum Gewässerschutz „end-of-pipe“ festgelegt werden. Dieser Aufgabe stellen sich die industriellen und kommunalen Abwasseranlagenbetreiber und errichten, wo dies gewässerbezogen und anlagenbezogen sinnvoll ist, mit hohem Aufwand vierte Reinigungsstufen oder betreiben hier notwendige Forschung. Soweit Gewässerverunreinigungen überwiegend aus diffusen Quellen resultieren, können sie auch mit der vierten Reinigungsstufe nicht wirksam vermindert werden und bedürfen deshalb anderer wirksamer Maßnahmen. Die Entwicklung eines nationalen strategischen Ansatzes gegen die Verschmutzung von Gewässern durch Spurenstoffe muss auf europäischer Ebene entsprechend der Umweltqualitätsnormen-Richtlinie zeitnah fortgesetzt werden.

  • Die Risikobewertung für Stoffe und deren Auswirkungen im Wasserkreislauf muss mit Hilfe der Forschung weiter verbessert werden. Eine Harmonisierung der Zulassungsregelungen für Stoffe ist notwendig (z. B. mit REACH-, Biozid- oder Arzneimittelverordnung). Gewässerbezogene Eintragskataster unter Einbeziehung punktueller und diffuser Quellen müssen erarbeitet werden.

  • Die effizientesten Maßnahmen hinsichtlich ökonomischer und ökologischer Kriterien müssen unter Berücksichtigung gerechter Lastenverteilung verfolgt werden, um Gewässerverunreinigungen durch Spurenstoffe zu vermindern. Dabei muss eine Vermeidung oder Verminderung an der Quelle, z. B. durch Stoffsubstitution, Anwendungsbeschränkungen, Verbraucherinformation und umweltgerechte Entsorgungswege, im Vordergrund stehen.

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Anthropogene Spurenstoffe im Gewässer

DWA-Positionen Anthropogene Spurenstoffe im Gewässer

Risiken nach wissenschaftlichen Kriterien bewerten - Nötige Maßnahmen mit Augenmaß treffen - Chemikalien- und Gewässerschutzpolitik harmonisieren - Anfall und Eintrag vorrangig vermeiden - Technische Grenzen der Abwasserbehandlung berücksichtigen - Trinkwasseraufbereitung als Barriere sichern

DWA-Positionen Anthropogene Spurenstoffe im Gewässer (PDF)