Stimmen Sie mit ab über die WasserCarta 2011 oder verfassen Sie eine eigene Position in Form eines Kommentars.
Ergreifen Sie die Initiative und nehmen Sie Einfluss.
| Dr.-Ing. Friedrich-Wilhelm Bolle, Aachen |
| Bauass. Dipl.-Ing. Otto Schaaf, Köln |
| Prof. Dr.-Ing. Markus Schröder, Aachen |
| Dr. Jochen Stemplewski, Essen |
| Dipl.-Ing. Bernd Wille, Wuppertal |
| Baixin Shen, Leipzig |
| Jutta Lenz, Köln |
| Albrecht Kippes, Nürnberg |
| Dr.-Ing. Ioannis Papadakis, Hattingen |
| Dr.-Ing. Dietmar Kunze, Brombachtal |
| Prof. Dr. Christof Wetter, Münster |
| Dr. med. Alexander Mauckner, Aachen |
| Heinz Brandenburg, Köln |
| Jörn Kleimann, Köln |
| Dipl.-Ing. Arnold Hacke, Feldtal |
| Dr.-Ing. Klaus Siekmann, Thür |
| Dr. Uwe Schleiff, Wolfenbüttel |
| Jürgen Bolder, Freiburg |
| Christa Hecht, GFin AöW, Berlin |
| Stefanie Pietsch, Berlin |
| Dipl. Ing. Matthias Wollers, Eichenberg |
| Birgit Wienert, Hilden |
| Dipl.-Ing. Karin Siepmann, Aachen |
| Sebastian Förster, Overath |
| Dr.-Ing. Natalie Palm, Aachen |
Die WasserCharta ist eine Initiative für eine integrale und zukunftsweisende Wasserwirtschaft. Sie wurde auf der DWA-Bundestagung in Berlin am 27. September 2011 öffentlich vorgestellt. Die Bedeutung von Qualitäts- und Nachhaltigkeitsaspekten in der Wasserwirtschaft werden in der WasserCharta hervorgehoben. Als Grundlage einer erfolgreichen integralen Wasserwirtschaft werden die in ihr zusammengefassten Prinzipien des Handelns angesehen. Sie soll einen Diskussionsprozess innerhalb der Wasserwirtschaft auslösen. Jeder kann diese Charta mitunterzeichnen und hierdurch zum Ausdruck bringen, dass er die in ihr formulierten Werte und Prinzipien ausdrücklich als Basis eigenen Handelns anerkennt. Auch eine kritische Auseinandersetzung mit der WasserCharta ist erwünscht.
Wir danken Ihnen recht herzlich für Ihr bisher gezeigtes Interesse und werden Ihre Kommentare in unserer Gremienarbeit berücksichtigen.
„Die Generalversammlung (der vereinten Nationen) […] erkennt das Recht auf einwandfreies und sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung als ein Menschenrecht an, das unverzichtbar für den vollen Genuss des Lebens und aller Menschenrechte ist“ (UN-Resolution 64/292). „Wasser ist keine übliche Handelsware, sondern ein ererbtes Gut, das geschützt, verteidigt und entsprechend behandelt werden muss“ (EU-Wasserrahmenrichtlinie). „Die der Allgemeinheit dienende Wasserversorgung (öffentliche Wasserversorgung) ist eine Aufgabe der Daseinsvorsorge“ (Wasserhaushaltsgesetz).
Basierend auf diesen Grundprinzipien hat der Mensch umfassende Ansprüche an Qualität, Verfügbarkeit und Nutzung von Wasser, die sich dauerhaft nur bei einer ganzheitlichen - das heißt integralen - Betrachtung des gesamten Wasserkreislaufs und hier insbesondere der Gewässer (Oberflächenwasser und Grundwasser) erfüllen lassen. Grundlage einer erfolgreichen integralen Wasserwirtschaft sind die in dieser Charta zusammengefassten Prinzipien des Handelns, ohne die gesundes Wasser und intakte Gewässer nicht möglich sind. Jeder, der diese Charta unterzeichnet, erkennt die in ihr formulierten Werte und Prinzipien ausdrücklich als Basis seines Handelns an.
Wasser ist ein Gut, auf das alle Menschen einen unveräußerlichen Anspruch haben. Die Wasserwirtschaft stellt eine durch die natürlichen Rahmenbedingungen vorgegebene Solidargemeinschaft auf Basis eines Generationenvertrages dar. Sie wirkt ausgleichend zwischen dem natürlichen Wasser-haushalt und den Anforderungen des Menschen an das Wasser.
Aus ihrer 150jährigen Geschichte hat die deutsche Wasserwirtschaft die Erfahrung gewonnen, dass der natürliche Wasserkreislauf in seinen wesentlichen Eigenschaften nur dann nachhaltig erhalten bleibt, wenn ökonomische, ökologische und soziale Aspekte das Handeln gleichrangig bestimmen.
Dort wo derzeitige Zuständigkeitsgrenzen keine Anwendung integraler Ansätze ermöglichen, müssen Formen der Zusammenarbeit gefunden werden, die eine Erarbeitung und Umsetzung integraler Wasserwirtschaft gewährleisten. Hierzu sind regionale Arbeits- bzw. Betrachtungsräume bis zur Größe eines zusammenhängenden Flusseinzugsgebiets sinnvoll.
Die immobile Infrastruktur der Wasserwirtschaft ist ein wesentliches Element der Daseinsvorsorge und muss in öffentlicher Verantwortung ohne Gewinnmaximierungsabsicht betrieben werden. Die Kontrolle der Wasserwirtschaft hinsichtlich Organisationsstruktur und Geldmitteleinsatz erfolgt durch demokratisch legitimierte, unabhängige Gremien.
Die Qualitätskontrolle von Trinkwasser, gereinigtem Abwasser und Gewässergüte muss durch unabhängige Stellen (non profit) gewährleistet werden.
Aufgrund der langen technischen und wirtschaftlichen Lebenszyklen ist die Entwicklung und Umsetzung langfristiger Strategien in der Wasserwirtschaft Bedingung für nachhaltiges Handeln und kennzeichnet die Wasserwirtschaft in Deutschland seit Generationen.
Die weitgehende Zuordnung aller Kosten auf die Nutzer bzw. Verursacher garantiert die nachhaltige Bewirtschaftung der Infrastruktur.
In den bestehenden Strukturen der deutschen Wasserwirtschaft werden mehr als zwei Drittel der Wertschöpfung bei Planung, Bau und Unterhalt im Auftrag von Kommunen und Verbänden von einer großen Zahl privater, mittelständischer Unternehmen erbracht. Diese wasserwirtschaftlichen Liefer- und Dienstleistungen müssen einem Qualitätswettbewerb unterstellt werden.
Die intensive Zusammenarbeit von unabhängigen Forschungseinrichtungen, Unternehmen und öffentlichen Institutionen ist auf Basis eines zeitgemäßen Wissens- und Bildungsmanagements der Garant einer ständigen Weiterentwicklung in der Wasserwirtschaft.
In der Wasserwirtschaft muss sich jedes Handeln an einem integralen Ansatz orientieren. Dieser Ansatz basiert auf dem fairen und partnerschaftlichen Umgang aller Beteiligten miteinander unter Wahrung der Sozialverantwortung für alle Menschen.
Der Begriff „Integrale Wasserwirtschaft“ im Sinne dieser WasserCharta soll in Anlehnung an eine Beschreibung des Bundesamtes für Umwelt BAFU der Schweiz wie folgt verstanden werden:
"Die Wasserwirtschaft umfasst alle Aktivitäten des Menschen zur Nutzung des Wassers, zum Schutz des Wassers sowie zum Schutz vor den Gefahren des Wassers. Eine integrale Wasserwirtschaft versucht diese drei Hauptziele wasserwirtschaftlicher Tätigkeit in Einklang zu bringen. Oft wurde unter dem Begriff Wasserwirtschaft nur ein Teilaspekt verstanden: die ökonomische Nutzung des Wassers. Der Ansatz, Partikularinteressen unabhängig von anderen Zielsetzungen zu verfolgen, ist aber heute Vergangenheit. Denn je stärker ein Gewässer beansprucht wird, desto mehr tauchen Interessenskonflikte auf."
29.02.2012
Bereits am 9. September 2000 verabschiedeten 189 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen mit der Millenniumserklärung einen Katalog grundsätzlicher, verpflichtender Zielsetzungen für alle UN-Mitgliedstaaten. Reiche wie auch arme Länder verpflichteten sich, die Armut drastisch zu reduzieren und Ziele wie die Achtung der menschlichen Würde, Gleichberechti-gung, Demokratie, ökologische Nachhaltigkeit und Frieden zu verwirklichen. Darin ist unter Punkt 8 der Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung aufgeführt. Die DWA sollten vielmehr humanitäre Hilfe in diesem Sinne anbieten und bei der Knüpfung von Kontakten zur Seite stehen. Wasser als Menschenrecht oder das Recht auf Zugang zu sauberem Wasser ist seit dem 28. Juli 2010 von der Vollversammlung der Vereinten Nationen in die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aufgenommen worden. Dazu kann sich die DWA auch zwei Jahre später bekennen, das ist keine Frage. Die Frage ist vielmehr, kann die DWA eine aktive Rolle einnehmen und wenn ja wie?
In der jetzt vorliegenden Wassercharta ist das Nachhaltige Handeln nur eines von Vielen und somit nicht mehr das zentrale Thema. Meiner Ansicht nach ist sollte Nachhaltiges Handeln in die Präambel aufgenommen werden um dem angemessen gerecht zu werden.
24.02.2012
Ich habe die Charta auf Chinesisch gebracht.Das ist für China dringend benötigt.
24.02.2012
Die Charta vermittelt einen Eindruck, den sie inhaltlich nicht erfüllt. Das Vermeiden, als wichtigste umweltpolitisches und ethisches Ziel muss ich der Charta folgend nicht beachten. Nachhaltigiges Handeln als gesellschaftlicher Prozess ist mit einer von 10 Artikeln unwürdig abgebildet und damit entwertet.
03.02.2012
Die WasserCharta 2011 der DWA ist ein wichtiger und wegweisender Schritt für die Wasserwirtschaft. Gutes Wasser in ausreichender Menge ist langfristig nur durch global intakte Ökosysteme zu erreichen. Diesen ethischen Grundwerten unterwerfe ich gerne mein praktisches Handeln.
12.01.2012
Die Initiative "WasserCharta 2011" ist ein gutes Mittel, um die Bedeutung und den Umgang mit der Ressource Wasser stärker in den gesellschaftlichen Blickpunkt zu rücken.
09.01.2012
Aus meiner langjährigen Tätigkeit und den damit verbundenen Erfahrungen im wasserarmen südeuropäischen und noch wasserreichen mitteleuropäischen Raum unterstütze ich die Ziele der WasserCharta 2011.
07.01.2012
Eine wichtige Initiative. Es wird spannend, wie das in der Praxis angewendet, umgesetzt und gedeutet wird. (Leiter der staatlich anerkannten Prüfstelle für Durchfussmessungen im Ingenieurbüro für Hydrometrie)
07.01.2012
Herzlichen Dank an die Initiatoren der WasserCharta. Gerne unterstütze ich die Bemühungen, eine der wertvollsten Ressourcen unserer Erde zu schützen.
03.01.2012
Als Vorstandsmitglied des Ökologischen Ärztebundes unterstütze ich diese längst überfällige Charta ausdrücklich.
21.12.2011
Die WasserCharta ist ein wichtiger Beitrag zur Wertediskussion innerhalb der Wasserwirtschaft. Nur über ein gemeinsames Wertevertändnis kann die Wasserwirtschaft zielorientiert weiterentwickelt werden.
28.11.2011
Aus langjähriger internationaler Erfahrung in der Bewässerungslandwirtschaft möchte ich die Ziele der WasserCharta ausdrücklich unterstützen. Im Hinblick auf die Probleme der Wasserknappheit insbesondere im Nahen und Fernen Osten würde ich begrüssen, wenn sich die WasserCharta/DWA auch engagiert auf dem Arbeitsgebiet ‚Brackish Irrigation’. Hier gibt es noch viel brachliegendes Potential.
29.10.2011
Ich unterstütze die Wassercharta. Eine wichtige Initiative!
05.10.2011
Die Präambel wie auch die Definitionen in den Artikeln sorgen für ein gemeinsames Grundverständnis der Zukunftsfrage Wassermanagement. Vor dem ethischen Hintergrund ist die Charta richtungsweisend vor allem auch für die Aktivitäten der deutschen Wasserwirtschaft im Ausland. Den Verfassern gebührt Anerkennung und Dank.
Ergreifen Sie die Initiative und nehmen Sie Einfluss auf den Diskussionsprozess.