Möglichkeiten und Grenzen der Anwendung von ACP-Werten für eine Zustandsbewertung von Fließgewässern nach EG-Wasserrahmenrichtlinie am Beispiel salinarer Ionen

Aufruf zur Mitarbeit

Gemäß Anhang V der EG-Wasserrahmenrichtlinie dienen die allgemeinen chemisch-physikalischen Komponenten Temperaturverhältnisse, Sauerstoffhaushalt, Salzgehalt, Versauerungszustand und Nährstoffverhältnisse in Fließgewässern der unterstützenden Bewertung der biologischen Komponenten. Sie werden im RAKON Arbeitspapier II durch die Messgrößen Temperatur, Delta-Temperatur, BSB5, pH-Wert, Chlorid, Gesamtphosphat, ortho-Phosphat und Ammonium als allgemeine chemisch-physikalische Parameter (ACP) realisiert. Die Auswertung der allgemeinen chemisch-physikalischen Parameter soll die Interpretation der Ergebnisse für die biologischen Qualitätskomponenten unterstützen und der Ursachenklärung bei Zielverfehlung, der Maßnahmenplanung sowie der späteren Erfolgskontrolle dienen. In mehreren Anschlussprojekten haben das umweltbüro essen und das Büro chromgruen (Velbert) Hintergrundwerte (Übergang vom sehr guten zum guten Zustand) und Orientierungswerte (Übergang vom guten zum mäßigen Zustand) für weitere salinare Kat- und Anionen hergeleitet und die Ergebnisse in der KW Korrespondenz Wasserwirtschaft publiziert.

Aspekte, die für die wasserwirtschaftliche Arbeit mit den (salinaren) ACP-Orientierungs- und Hintergrundwerten eine erhebliche Rolle spielen, werden in den offiziellen Abschlussberichten jedoch nur am Rande thematisiert. Das betrifft beispielsweise die Struktur des zugrundeliegenden Datensatzes, die strikte Beachtung der Definitionen von Orientierungs- und Hintergrundwerten einschließlich der Konsequenz, dass es sich hierbei nicht um Grenzwerte handelt, die noch ausstehende toxikologische Absicherung der Ergebnisse, der bislang nicht erbrachte Nachweis der Monokausalität und andere. Dies ist im Hinblick auf wasserwirtschaftliche Einleitgenehmigungen für Salzabwässer, aber auch die Frage, welche Salzkonzentrationen für die einzelnen Salzionen als gewässerökologisch verträglich gelten können, von großer Tragweite.

Die DWA-Arbeitsgruppe GB-5.4 „Salzbelastung der Fließgewässer“ beabsichtigt deshalb, einen Themenband mit dem oben genannten Arbeitstitel zu erarbeiten. Ziel ist es, die Definitionen der einschlägigen Fachtermini wie Orientierungs- und Hintergrundwerte, Schwerpunktkonzentrationen, Richtwerte etc. zu schärfen und dabei auf die Möglichkeiten und Grenzen deren Anwendung hinzuweisen. Weiterhin sollen die in den Projekten hergeleiteten Salzkonzentrationen vor dem Hintergrund der Zustandsbewertung von Fließgewässern in den Kontext von Angaben aus der neueren Fachliteratur gestellt und mit den Ergebnissen des Datenbankprojekts der Arbeitsgruppe abgeglichen werden.

Mit der Herausgabe des Themenbandes soll das Bewusstsein für einen sachgerechten Umgang mit den oben genannten Referenzwerten im Kontext von Salzeinträgen in die Fließgewässer geschärft werden. Insbesondere das Herauslösen einzelner Daten aus dem Kontext, die unsachgemäße Anwendung derselben sowie die Nichtbeachtung von Anwendungsgrenzen haben in der Vergangenheit zu Irritationen geführt. Hier soll der Themenband Klarheit schaffen.

Für die Bearbeitung des neuen Themas ist eine personelle Erweiterung der Arbeitsgruppe sehr willkommen. Interessenten melden sich bitte mit einer themenbezogenen Beschreibung ihres beruflichen Werdegangs bei:

DWA-Bundesgeschäftsstelle, Dipl.-Geogr. Georg Schrenk, Theodor-Heuss-Allee 17, 53773 Hennef; Tel. 0 22 42/872-210, Fax 0 22 42/872-184, E-Mail: schrenk@dwa.de

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