Landwirtschaftliches Ertragspotenzial nach dem Müncheberger Soil Quality Rating

Merkblatt DWA-M 920-4

Hennef. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) hat den vierten Teil der Arbeits-/Merkblattreihe DWA-A/M 920 „Bodenfunktionsansprache – Teil 4: Ableitung von Kennwerten des landwirtschaftlichen Ertragspotenzials nach dem Müncheberger Soil Quality Rating“ veröffentlicht.

Die Arbeitsgruppe "Bodenfunktionsansprache" stellt mit der Überarbeitung der bestehenden DWA-Arbeits- und -Merkblätter eine Reihe von Regeln zur Bodenbewertung bereit, deren Gliederung sich an den im Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) genannten Bodenfunktionen bzw. -gefährdungen orientiert. Das hier vorliegende DWA-Merkblatt dient der Bewertung des Bodens als Lebensgrundlage und Lebensraum für Kulturpflanzen. Es befasst sich mit der Identifikation ertragsrelevanter Indikatoren sowie der Ableitung und Quantifizierung von Kennwerten der Bodengüte nach der Methodik des Müncheberger Soil Quality Ratings (SQR).

Die Bewertung der Lebensraumfunktion von Böden nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz erfolgt für verschiedene Teilfunktionen. Neben ihrer Eignung als Standort für Kulturpflanzen werden Böden auch als Grundlage für natürliche Vegetation und Bodenorganismen betrachtet. Im vorliegenden Merkblatt wird die Bewertung des Bodens in seiner Funktion als Lebensraum für Kulturpflanzen dargestellt. Diese bildet die Grundlage für viele wesentliche Bewirtschaftungsmaßnahmen und die Beurteilung der landwirtschaftlichen Nutzbarkeit von Standorten.

Die Bewertung von Böden für die landwirtschaftliche Nutzung und die Abschätzung des landwirtschaftlichen Ertragspotenzials wendet Methoden an, die gleichermaßen als Feldmethoden wie für die flächenbezogene Auswertung groß- bis kleinmaßstäbiger bodenkundlicher Grundlagenkarten anwendbar sind. Die in diesem Merkblatt dokumentierte Methode bietet separate Bewertungsschemata für die Nutzung eines Standorts als Acker- oder Grünland. Bei Einstufung des ackerbaulichen Ertragspotentials beschränkt sich der Gültigkeitsbereich auf getreidebetonte Fruchtfolgen. Generell nicht anwendbar ist das Verfahren auf die Ertragsbedingungen von Sonderkulturen wie zum Beispiel Wein, Hopfen oder Spargel.

Die empfohlene Methodik kann zur Planung der landwirtschaftlichen Bodennutzung eingesetzt werden und auf diese Weise einen Beitrag zu nachhaltigem Bodenmanagement und zu einer nachhaltigen Landbewirtschaftung leisten. Klassische Anwendungsgebiete bestehen in der Agrarstrukturplanung sowie bei der Berücksichtigung von Bodenschutzbelangen im Rahmen der Bauleitplanung.

Das Merkblatt wurde von der DWA-Arbeitsgruppe GB-7.4 „Bodenfunktionsansprache“ (Sprecherin: Prof. Dr. Friederike Lang) im Fachausschuss GB-7 „Bodenschutz – Bodenfunktionen und Altlasten“ erstellt und richtet sich an alle, die sich mit Agrarstrukturplanung sowie der Berücksichtigung von Bodenschutzbelangen im Rahmen der Bauleitplanung beschäftigen.

Dezember 2018, 34 Seiten, ISBN 978-3-88721-709-9, Ladenpreis: 50,50 Euro, fördernde DWA-Mitglieder: 40,40 Euro

Herausgeber und Vertrieb: DWA Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V., Theodor-Heuss-Allee 17, 53773 Hennef, Tel. 02242/872-333, Fax: 02242/872-100, E-Mail: info@dwa.de, DWA-Shop: www.dwa.de/shop.

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