Merkblatt DWA-M 777 „Wasser-/Abwasseraufbereitung in der Fischzucht“

Neu erschienen

Die steigende Nachfrage für Fisch- und Meeresprodukte, kombiniert mit dem oft überfischten Zustand der natürlichen Gewässer, macht Aquakultur aus ernährungstechnischer, wirtschaftlicher und auch ökologischer Hinsicht immer interessanter. Mit dem Merkblatt DWA-M 777 werden erstmalig im DWA-Regelwerk Fischproduktionsverfahren einschließlich der prozessbedingten Emissionsquellen in das Abwasser, den Boden und die Luft sowie deren Minderungsmöglichkeiten nach dem Stand der Technik detailliert beschrieben. Die Verfahren zur Behandlung von Kreislaufwasser und Abwasser sowie Schlämmen nach dem Stand der Technik bzw. den Besten Verfügbaren Techniken (BVT) werden dargestellt und Empfehlungen zu Planung und Betrieb der Anlagen gegeben. Es werden produktionsintegrierte Maßnahmen sowohl zur Reduzierung der Abwasserbelastung als auch anderer Umweltmedien aufgeführt.

Der größte Teil der gegenwärtigen Fischproduktion in Deutschland erfolgt in Anlagen, die Teil des Gewässers sind, Gewässereigenschaften besitzen und dadurch kein Abwasser im abwasserrechtlichen Sinne erzeugen. Dazu gehören (teilgeschlossene) Kaltwasserdurchflussanlagen, in denen hauptsächlich Forellen aufgezogen werden, Teichanlagen (zum Beispiel für Karpfen) sowie die nur in geringem Umfang vorhandenen Netzgehegeanlagen.

Geschlossene Kreislaufanlagen stellen die modernsten und intensivsten Verfahren der Fischproduktion dar, die sich durch eine hohe Wassernutzungsintensität und eine weitgehende Standortunabhängigkeit auszeichnen. Sie verfügen über eine interne Wasseraufbereitung und erfordern gleichzeitig auch eine Behandlung des ausgeleiteten Wassers. Diesen geschlossenen Kreislaufanlagen wird ein hohes Entwicklungspotenzial zugeschrieben.

Geschlossene Kreislaufanlagen unterliegen in der Regel den Festlegungen des Wasserhaushalts- und des Abwasserabgabengesetzes (AbwAG), da verfahrensbedingt bis zu 20 % des Anlagenvolumens täglich ausgetauscht werden. Ein Anhang zur Abwasserverordnung (AbwV) existiert jedoch nicht. Das führte in der Vergangenheit insbesondere bei der Anlagengenehmigung teilweise zu Problemen.

Dieses Merkblatt soll insbesondere eine Hilfestellung in der Genehmigungspraxis bieten. Zur Information, Unterstützung und Entscheidungsfindung der Wasserbehörden, Anlagenbetreiber und Anlagenhersteller werden in diesem Merkblatt Anhaltspunkte und Richtwerte der in Frage kommenden Verfahrensweisen und Parameter für geschlossene Kreislaufanlagen gegeben.

Aquakultur findet im Anwendungsbereich dieses Merkblatts im Wesentlichen als Fischproduktion im Binnenland bzw. an Land und vorrangig im Süßwasser statt. Auf Anlagen oder Anlagenteile der marinen Aquakultur für Fische und Garnelen wird an entsprechenden Stellen eingegangen, obwohl im Anwendungsbereich des Merkblatts gegenwärtig wenige kommerziell arbeitende Anlagen dieses Typs vorhanden sind.

Das Merkblatt DWA-M 777 „Wasser-/Abwasseraufbereitung in der Fischzucht“ wurde von der DWA-Arbeitsgruppe IG-2.16 „Abwasser der Fischzucht und Fischverarbeitung“ (Sprecher: Prof. Dr.-Ing. Matthias Barjenbruch) im Fachausschuss IG-2 „Branchenspezifische Industrieabwässer und Abfälle“ im Auftrag des DWA-Hauptausschusses „Industrieabwässer und anlagenbezogener Gewässerschutz“ erarbeitet. Die Arbeitsgruppe IG-2.16 setzt sich zusammen aus Vertretern von Fischzüchtern, Vertretern von Futtermittelherstellern, Behörden, Planungsbüros, Anlagenherstellern und Forschungseinrichtungen sowie Mitgliedern des DWA-Fachausschusses IG-2.

Merkblatt DWA-M 777 „Wasser-/Abwasseraufbereitung in der Fischzucht“, Januar 2021, 75 Seiten, ISBN 978-3-96862-057-2, Ladenpreis: 96,50 Euro, fördernde DWA-Mitglieder: 77,20 Euro

Herausgeber und Vertrieb

DWA-Bundesgeschäftsstelle, Theodor-Heuss-Allee 17, 53773 Hennef; Tel. 0 22 42/872-333, Fax 0 22 42/872-100, E-Mail: info@dwa.de, DWA-Shop: www.dwa.de/shop

Zurück