Spurenstoffelimination auf kommunalen Kläranlagen

Vorhaben/Aufruf zur Mitarbeit Merkblatt DWA-M 285-1, -2, -3

Hennef. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) legt eine neue Merkblattreihe DWA-M 285 „Spurenstoffelimination auf kommunalen Kläranlagen“ auf.

Im Rahmen von Forschungsvorhaben und der Umsetzung von Pilotanlagen im Betrieb sind inzwischen zahlreiche Reinigungsanlagen zur Elimination von Spurenstoffen in Deutschland umgesetzt. Mittlerweile werden bereits auf mehr als 20 Kläranlagen im deutschsprachigen Raum Verfahren mit Ozon und/oder Aktivkohle betrieben, sodass zwischenzeitlich für einige Verfahren Erfahrungen zur Planung, zum Bau und zum Betrieb vorliegen.

Für die Spurenstoffelimination auf kommunalen Kläranlagen werden derzeit die Ozonung und die Aktivkohleadsorption als geeignete Verfahren angesehen. Nach gegenwärtigem Stand unter Berücksichtigung der Ergebnisse des Stakeholder-Dialogs des Bundesumweltministeriums zur „Spurenstoffstrategie des Bundes“, ist davon auszugehen, dass in den kommenden Jahren weitere Kläranlagen um Verfahren zur gezielten Spurenstoffelimination zu erweitern sind.

Die Dimensionierung der Verfahren erfolgte bislang auf Kennwerten, die man aus halb- und großtechnischen Versuchen abgeleitet hat. Gegenwärtig existiert im DWA-Regelwerk kein Dokument zur Auslegung dieser Verfahren bzw. eine Entscheidungshilfe bei der Auswahl des Verfahrens. Mit der Erstellung der neuen Merkblatt-Reihe sollen diese Lücken geschlossen werden. Die ersten drei Teile der Reihe sind:

Teil 1: Kriterien der Verfahrensauswahl mit ausgewählten Beispielen

Teil 2: Einsatz von Aktivkohle – Verfahrensgrundsätze und Bemessung

Teil 3: Ozonung – Verfahrensgrundsätze und Bemessung.

Die Vorhabenziele werden im Folgenden näher beschrieben.

Erarbeitung des Merkblatts DWA-M 285-1 „Spurenstoffelimination auf kommunalen Kläranlagen – Teil 1: Kriterien der Verfahrensauswahl mit ausgewählten Beispielen“

Mit der Erstellung des Merkblatts soll eine Entscheidungshilfe zum Einsatz und vor allem der Auswahl der Verfahren der Spurenstoffelimination geliefert werden. Hierzu sollen auch die bisherigen Erfahrungen als Beispiele aufgenommen werden. Folgende Ziele werden bei der Erarbeitung des neuen Merkblatts verfolgt:

• Auswertung und Darstellung der Kriterien für den Einsatz von Verfahren zur Spurenstoffelimination

• Kurzbeschreibung der möglichen Verfahren zur Spurenstoffentnahme aus kommunalen Abwasser

• Aufstellung von Kriterien zum Vergleich der Verfahren – Bewertungsmatrix

• Abschätzende Kostenbewertung der Verfahren

• Darstellung ausgeführte Praxisbeispiele für verschiedene Verfahren mit Darstellung der Entscheidungs- und Auswahlgründe

• Leitfaden als Hilfestellung zur Auswahl eines Verfahrens zur Spurenstoffelimination

Die Erarbeitung des neuen Merkblatts DWA-M 285-1 wird im DWA-Fachausschuss KA-8 „Verfahren der weitergehenden Abwasserreinigung nach biologischer Behandlung“ (Obmann: Prof. Dr.-Ing. Matthias Barjenbruch) erfolgen. Die Überarbeitung soll Ende 2020 abgeschlossen sein.

Erarbeitung des Merkblatts DWA-M 285-2 „Spurenstoffelimination auf kommunalen Kläranlagen – Teil 2: Einsatz von Aktivkohle - Verfahrensgrundsätze und Bemessung“

Folgende Ziele werden bei der Erarbeitung des neuen Merkblatts verfolgt:

• Beschreibung der Möglichkeiten (des Umfangs) zur Spurenstoffentnahme aus kommunalem Abwasser mittels Aktivkohle

• Beschreibung der Grundsätze und wesentlichen Prozessparameter von Aktivkohleverfahren

• Beschreibung der bislang zur Spurenstoffelimination in der kommunalen Abwasserreinigung als geeignet geltenden Aktivkohleverfahren

• für Verfahren, die auf mindesten drei Kläranlagen dauerhaft betrieben werden, sollen Auslegungskennwerte veröffentlicht werden

• Benennung relevanter Kostenaspekte von Aktivkohleverfahren

Die Erarbeitung des neuen Merkblatts DWA-M 285-2 wird in der DWA-Arbeitsgruppe KA-8.6 „Aktivkohleeinsatz auf Kläranlagen“ (Sprecher: Dr.-Ing. Steffen Metzger) im DWA-Fachausschuss KA-8 „Verfahren der weitergehenden Abwasserreinigung nach biologischer Behandlung“ (Obmann: Prof. Dr.-Ing. Matthias Barjenbruch) erfolgen. Die Überarbeitung soll Ende 2019 abgeschlossen sein.

Erarbeitung des Merkblatts DWA-M 285-3 „Spurenstoffelimination auf kommunalen Kläranlagen – Teil 3: Ozonung – Verfahrensgrundsätze und Bemessung“

Folgende Ziele werden bei der Erarbeitung des neuen Merkblatts verfolgt:

• Beschreibung der Möglichkeiten und Grenzen bezüglich der Spurenstoffelimination aus kommunalen Abwasser durch eine Ozonung

• Beschreibung der Grundsätze und wesentlichen Prozessparameter einer Ozonung auf kommunalen Kläranlagen

• Beschreibung der bislang zur Spurenstoffelimination in der kommunalen Abwasserreinigung eingesetzten verfahrenstechnischen Varianten der Ozonung

• Veröffentlichung von Auslegungskennwerten

• Benennung relevanter Kostenaspekte der Ozonung.

Die Erarbeitung des neuen Merkblatts DWA-M 285-3 wird in der DWA-Arbeitsgruppe KA-8.5 „Ozonung auf Kläranlagen“ (Sprecher: Dr.-Ing. Ulf Miehe) im Fachausschuss KA-8 „Verfahren der weitergehenden Abwasserreinigung nach biologischer Behandlung“ (Obmann: Prof. Dr.-Ing. Matthias Barjenbruch) erfolgen. Die Überarbeitung soll Februar 2020 abgeschlossen sein.

Zur Mitarbeit sind interessierte Fachleute mit entsprechenden Kenntnissen – Betreiber, Hersteller, Aufsichtsbehörden und Kläranlagenbetreiber – eingeladen und werden gebeten, ihre Interessensbekundung mit einer kurzen Darstellung ihrer Person an die DWA zu übersenden. Hinweise für die Erarbeitung einzelner Merkblätter bitte ebenfalls an diese Adresse: DWA-Bundesgeschäftsstelle, Dr.-Ing. Christian Wilhelm, Theodor-Heuss-Allee 17, 53773 Hennef Tel.: 02242/872-144, Fax: 02242/872-184, E-Mail: wilhelm@dwa.de

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