Wasserwirtschaft und Landwirtschaft in Einklang bringen

Wesentliche wasserwirtschaftliche Problemstellungen, wie z.B. Nitratbelastungen oder andere Stoffeinträge in Gewässer, antibiotikaresistente Keime sowie die Flächennutzungen an Gewässern, lassen sich ohne Beteiligung der Landwirtschaft nicht lösen. In Deutschland besteht im europäischen Vergleich ein Problem mit hohen Nitratbelastungen der Gewässer, insbesondere aus der Landwirtschaft. Auch wenn die Novellierung des Düngerechts im Jahr 2017 aus Sicht der Wasserwirtschaft nicht ausreichend ist, müssen diese Regelungen jetzt konsequent umgesetzt werden, um eine Verbesserung der Wasserqualität zu erreichen. Eine erforderliche sachgerechte Regelung der Nährstoffbilanzierung von landwirtschaftlichen Betrieben wurde durch die Stoffstrombilanzverordnung noch nicht geschaffen. Deutliche Nachbesserungen sind nötig. Die vom Bundesrat geforderte Evaluierung des Düngepakets ist zeitnah geboten, spätestens bis zum 31. Dezember 2021.

  • Wasserpolitische Belange müssen im Sinne eines ganzheitlichen und integrativen Ansatzes stärker innerhalb der Agrarpolitik Berücksichtigung finden. Die Politik muss den erforderlichen institutionalisieren Dialog mit der Landwirtschaft organisieren, insbesondere bei der Reduktion von Einträgen in die Gewässer.

 

  • Die Nährstoffbilanz für die Betriebe muss als Brutto-Hoftorbilanz ohne Abzug der gasförmigen Verluste rechtlich festgelegt werden. Hohe Stickstoffabzüge bei der Berechnung der betrieblichen Bilanzwerte im Rahmen der Stoffstrombilanz sind nicht sachgerecht. Die Höhe der Abzüge muss sich an den vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren, die bislang nicht hinreichend berücksichtigt wurden.