Dränagen

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Durch die vermehrt stattfindende Inspektion von Grundstücksentwässerungen wird eine Vielzahl von an die Grundstücksentwässerungen angeschlossenen Dränagen festgestellt. Die durch diese Anschlüsse verursachten technischen Komplikationen, als auch wirtschaftlichen Folgen sind deutschlandweit ein zunehmendes Problem. Die Folgen für die Kanalnetzbetreiber sind an erster Stelle steigende Fremdwassermengen, eine schlechtere Reinigungsleistung der angeschlossenen Kläranlagen sowie Schwierigkeiten bei der gebührentechnischen Abrechnung. Die Überlastung des aufnehmenden Kanals und eine Nichtgewährleistung des rückstaufreien Anschlusses stellen weitere Probleme dar.
Folgende Fragen stellen sich:

  • Wie ist die Einleitung von Drainagewasser rechtlich (Wassergesetze, Ortsrecht etc.) einzuordnen?
  • Wie ist die Einleitung gebührentechnisch zu bewerten (Satzungsmodelle, Drainagegebühr etc.) und wie können die eingeleiteten Mengen ermittelt werden?
  • Welche Alternativen zur Einleitung gibt es (Gewässer, Versickerung) und deren bauliche Ausbildung?

Aktuelles:
Die DWA hat sich dem Thema angenommen und erarbeitet gerade in der Arbeitsgruppe ES-6.7 „Drainagen“ einen Themenband, der sich mit der Klärung der Fragestellungen auseinandersetzt. Folgende Themen sollen darin behandelt werden:

  • Darstellung der Problemstellung
  • Ggf. Darstellung der Ist-Situation in Deutschland
  • Rechtliche Würdigung/Einordnung des Themas „Drainagen“
  • Technische Auswirkungen von Drainagen für die Entwässerung
  • Anteil des Drainagewassers (Fremdwasser) im Vergleich zum Gesamtablauf der zugehörigen Kläranlage
  • Wirtschaftliche Auswirkungen von Drainagen auf die Abwassergebühren
  • Anschlussbedingungen und bauliche Ausbildung
  • Handlungsempfehlungen für den Abwasserbeseitigungspflichtigen
    o Für den Bestand
    o Für den Neubau
    o Temporär (z.B. bei Baustellen)
  • Möglichkeiten der Einleitmengenermittlung
  • Bürgerberatung

Zusätzlich wird derzeit die nunmehr 28 Jahre alten DIN 4095 (Ausgabe 1990) in 4 Teilen überarbeitet. Die vorgesehenen Arbeitstitel für die neuen Teile von E DIN 4095 lauten:

  • DIN 4095-1 Baugrund – "Wassereinwirkungen und Begriffe für Dränung"
  • DIN 4095-2 Baugrund – Dränung von "Stauwasser" an Gebäuden (Regel-/Bemessungsfall)
  • DIN 4095-3 Baugrund – Dränung von Grundwasser an Gebäuden
  • DIN 4095-4 Baugrund – Dränung von Grundwasser an sonstigen baulichen Anlagen