Auswirkung von Sedimenten auf den ökologischen und chemischen Zustand von Fließgewässern

Aufnahme neuer Arbeiten

© Frank Bringewski/DWA

Hennef. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) möchte in der Arbeitsgruppe WW-2.5 einen Überblick über die Prozesse und Wirkungen von Sedimenten in Fließgewässern erarbeiten.

Der Umsetzungsprozess der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) bedarf der Erarbeitung von Maßnahmenprogrammen für alle Oberflächenwasserkörper (OWK), um den geforderten guten ökologischen und chemischen Zustand der Wasserkörper zu erreichen. Gegenwärtig werden zahlreiche Maßnahmen geplant und durchgeführt, die auf die Erreichung eines guten ökologischen Zustandes bzw. Potenzials nach den Forderungen der WRRL im Jahr 2027 gerichtet sind.

Es ist abzusehen, dass Ursachen für den in vielen Fließgewässern heute noch mäßigen oder schlechten ökologischen Zustand und/oder den schlechten chemischen Zustand auch durch die stoffliche Belastungen der Sedimente gegeben sind (zum Teil auch durch lange zurückliegende Belastungen). Inwieweit die stofflichen Belastungen des Sedimentes tatsächlich auf den ökologischen und chemischen Zustand der Gewässer einwirken, ist aufgrund der Komplexität der Einflussfaktoren, aber auch aufgrund einer noch fehlenden Methodik häufig schwer einschätzbar.

Andererseits erfordern Maßnahmen zur Verbesserung der hydromorphologischen Eigenschaften die Berücksichtigung der Sedimenteigenschaften (zum Beispiel Altsedimentdepots oberhalb von zurückzubauenden Querbauwerken), um zu vermeiden, dass im Zuge solcher Maßnahmen Schadstoffe (häufig partikulär gebunden) verfrachtet werden und im Unterlauf nachteilige Auswirkungen verursachen.

Aufgaben und Ziel der neuen Arbeitsgruppe

Angesichts der einerseits hohen Komplexität von Wirkungen der Sedimente auf den ökologischen und chemischen Zustand der Gewässer und andererseits der hohen praktischen Relevanz bei der Maßnahmenplanung soll ein allgemeinverständlicher Überblick zu den beteiligten Prozessen und Wirkungen erarbeitet werden. Dies umfasst alle Prozesse, die sich auswirken auf den Nährstoff- und Sauerstoffhaushalt eines Fließgewässers sowie das Verhalten von Schadstoffen.

Weiterhin sollen methodische Empfehlungen erarbeitet werden, die es ermöglichen, den Einfluss der Sedimente auf den ökologischen und chemischen Zustand des Gewässers sowie die Nutzungsanforderungen zu bewerten. Dabei geht es um die Abschätzung

  • des Schadstoffnachlieferungspotenzials
  • der Wirkung auf die Gewässerökologie
  • der Wirkung auf das Gewässer- und Landschaftsbild
  • der Wirkung auf Gewässernutzungen (zum Beispiel Freizeit/Erholung, Fischerei, Wassernutzung)

Auf dieser Basis werden Handlungsempfehlungen für die Planungen solcher Maßnahmen und der Abschätzung ihrer Erfolgsaussichten abgeleitet.

Hinweise und Anregungen zu diesem Vorhaben nimmt die DWA-Bundesgeschäftsstelle gerne entgegen.

Zur Mitarbeit in der AG sind Vertreter*innen von wissenschaftlichen Einrichtungen, Planungsbüros, Betreibern wasserwirtschaftlicher Anlagen, Mitarbeiter*innen von Gewässerunterhaltungspflichtigen und Behörden sowie Vertreter*iinnen von forstwirtschaftlichen Einrichtungen oder sonstige Interessierte eingeladen.

Interessent*innen melden sich bitte mit einer themenbezogenen Beschreibung ihres beruflichen Werdegangs bei: DWA-Bundesgeschäftsstelle, Dipl.-Geogr. Georg Schrenk, Theodor-Heuss-Allee 17, 53773 Hennef, Tel. 02242/872-210, Fax 02242/872-184, E-Mail: schrenk@dwa.de Internet: www.dwa.de

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