Ökolandbau und Gewässerschutz

Erarbeitung Themenband

© Stephen Meese / iStockphoto

Hennef. Die DWA-Arbeitsgruppe GB-6.2 „Diffuse Stoffeinträge im Bereich Landwirtschaft“ im DWA-Fachausschuss GB-6 „Bodennutzung und Stoffeinträge in Gewässer“ beabsichtigt die Erarbeitung eines Bandes der DWA-Themen über „Ökolandbau und Gewässerschutz“. Im Fokus der Betrachtung sollen die Nährstoffe Stickstoff und Phosphat, aber auch sonstige umweltrelevante Aspekte des ökologischen Landbaus stehen. Das Ziel dieser Zusammentragung von Fakten und wissenschaftlichen Ergebnissen soll darin münden, konkrete Handlungsempfehlungen zur Implementierung des „Ökologischen Landbaus“ und Produktionsverfahren mit ausgeglichenen Nährstoffbilanzen in Wassereinzugsgebieten zu realisieren.

Hintergrund

Die Belastung des Grundwassers mit Nitrat ist die häufigste Ursache für den schlechten chemischen Zustand des Grundwassers in Deutschland. Der Eintrag von stickstoff- und phosphorhaltigen Düngemitteln, chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln und Tiermedikamenten gefährdet Grund- und Oberflächengewässer. Die Überdüngung der Weltmeere mit Nährstoffen aus der Landwirtschaft hat bereits an vielen Stellen zur großräumigen Veränderung mariner Öko-Systeme geführt. Gegenwärtig sind circa 28 Prozent aller deutschen Grundwasserkörper wegen Nitrat in einem schlechten Zustand. In der Regel sind diese Belastungen auf Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft zurückzuführen. Bezüglich der N-Frachten in das Grundwasser werden ökologisch wirtschaftende Betriebe in wissenschaftlichen Studien besser bewertet als konventionell wirtschaftende Betriebe.

Ursachen

Die Bundesrepublik Deutschland gehört innerhalb Europas zu den Ländern mit den höchsten flächenbezogenen Erträgen, aber auch zu den sechs Ländern mit den höchsten nationalen Stickstoff-Salden.

Der Dreijahresdurchschnitt bezüglich des N-Flächenbilanzsaldos ging in der Bundesrepublik Deutschland zwar von 130 kg N/ha für 1990/91/92 auf 95 kg N/ha für 2014/15/16 zurück, verfehlte damit aber weiterhin die für 2010 angestrebte Reduzierung auf 80 kg N/ha deutlich.

Einige Studien deuten an, dass in Regionen mit intensiver Tierhaltung und Bioenergieproduktion eher eine Stagnation oder sogar ein Anstieg der Nährstoffsalden zu verzeichnen ist. Ob die Umsetzung der 2017 novellierten Düngeverordnung und die derzeit diskutierten Restriktionen seitens der EU die gewünschten Ziele erreichen, bleibt abzuwarten. Da der Flächenanteil des Ökolandbaus insbesondere in Gebieten mit hoher Nitratbelastung keine ausreichenden Zuwächse erfahren hat, ist festzustellen, dass das Potenzial des Ökolandbaus, zur Minderung der N-Emissionen beizutragen, in Deutschland noch nicht ausgeschöpft wird.

Ziel

Das Ziel der Arbeitsgruppe ist die Erstellung eines Themenheftes zum Themenkomplex „Ökolandbau und Gewässerschutz“. Das Themenheft soll zunächst den „Stand des Wissens“ und der Beratung in Bezug auf die Möglichkeiten und Potenziale des ökologischen Landbaues im Kontext zum Gewässerschutz darstellen. Darüber hinaus soll eine Zusammenstellung der Erfahrungen der Wasserwirtschaft mit dem Ökolandbau im Bereich des praktischen Gewässerschutzes erfolgen. Die Darstellung der Wasserschutzaspekte des Ökolandbaus in unterschiedlichen Produktionsrichtungen (Milchwirtschaft, Geflügel, Ackerbau, Gemüse, Obst, Wein) sollen an konkreten Beispielen durchgeführt werden. Außerdem werden weitere Unterscheidungsmerkmale des ökologischen Landbaus gegenüber der „konventionellen“ Landwirtschaft herausgearbeitet:

Biodiversität

  • Carbon footprint
  • Reduktion weiterer THG-Emissionen
  • Regionale Entwicklung

Weitere Schwerpunkte der Arbeit der AG werden sein:

  • Darstellung der N-Effizienz von ökologischen und konventionellen Betrieben im Vergleich (N-Salden)
  • Auswirkungen der EU-Agrarförderung auf den Ökolandbau, bzw. externe Kosten der EU- Agrarförderung im Vergleich
  • Strategien der Förderung und Vermarktung (Lebensmittelketten, Restaurants, Direktvermarktung) im ökologischen Landbau

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit ist die Fokussierung auf Maßnahmen für die Wasserwirtschaft, wie der Ökolandbau effektiver gefördert werden kann.

Von der bisherigen Förderung hat die Wasserwirtschaft trotz der Marktentwicklung im Ökolandbau noch nicht genug profitiert, da noch zu wenig Ökolandbaufläche hinzugekommen ist. Daher sollte auch herausgearbeitet werden, welche Maßnahmen kostengünstig und effizient dazu beitragen können, Nitrat- und Pestizidbelastungen im Grundwasser zu senken oder vorsorgend niedrig zu halten. Der ökologische Landbau kann hier eine wichtige Rolle spielen. Letztlich soll ein Forderungskatalog aus wasserwirtschaftlicher Sicht abgeleitet werden.

Entsprechend dieser Vorgaben lädt der DWA-Fachausschuss „Bodennutzung und Stoffeinträge in Gewässer“ alle interessierten Institute, Dienststellen und Unternehmen ein, einen Beitrag zu dem geplanten Themenheft zu leisten. Da die Veröffentlichung des Themenheftes für etwa Frühjahr/Sommer 2021 vorgesehen ist, soll sich die Arbeitsgruppe bis zum 29. Februar 2020 konstituieren.

Weitere Informationen und Mitteilungen über Interesse an einer Mitarbeit: DWA-Bundesgeschäftsstelle Dipl.-Geogr. Dirk Barion, Theodor-Heuss-Allee 17, 53773 Hennef, Tel. 02242/872-161, Fax 02242/872-184, E-Mail: barion@dwa.de Internet: www.dwa.de

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