Hauptausschuss Industrieabwässer und anlagenbezogener Gewässerschutz

(HA IG)

Basisinformationen

Zentrale Themen des Hauptausschusses "Industrieabwässer und anlagenbezogener Gewässerschutz" bilden die drei Fachbereiche "Industrieabwässer", "Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen" und "Gerätschaften und Mittel zur Abwehr von Gewässergefährdungen".
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Neues Vorhaben - Abwasser aus der Gemüseverarbeitung und Sauerkrautbereitung

Seit dem Erscheinen des Merkblatts M 751 „Abwasser aus Sauerkrautfabriken“ im Jahr 1988 haben sich die Produktionsverhältnisse, teilweise auch die Produktionsverfahren geändert. Parallel hat sich gezeigt, dass bei der Gemüseverarbeitung erhebliche Veränderungen in der Abwasseraufbereitung und Verwertung der Abfälle und Nebenprodukte eingetreten sind, die in keinem Merkblatt bislang beschrieben sind. Künftig sollen die beiden Themenbereiche „Gemüseverarbeitung und Sauerkrautherstellung“ einem gemeinsamen Merkblatt behandelt werden.

Ziel des Merkblattes ist die Beschreibung von Verfahren nach dem Stand der Technik bzw. den besten verfügbaren Techniken zur Behandlung von Abwasser, das bei der Verarbeitung von Gemüse und der Herstellung von Sauerkraut anfällt.

Neues Vorhaben - Überarbeitung des DWA-Merkblatts DWA-M 715 "Ölbeseitigung auf Verkehrsflächen"

Im Juni 2007 wurde die erste Ausgabe des Merkblattes DWA-M 715 „Ölbeseitigung auf Verkehrsflächen“ veröffentlicht, worin Handlungsanweisungen zur sachgerechten Reinigung ölverschmutzter Verkehrsflächen unter Berücksichtigung der Arbeitssicherheit sowie des Boden- und Gewässerschutzes beschrieben sind. Das Merkblatt soll nunmehr hinsichtlich rechtlicher und technischer Entwicklungen sowie praktische Erfahrungen überprüft werden. Neben der Verifizierung der bisherigen Aussagen wird eine Aktualisierung angestrebt.

Auswahl und Bewertung von Systemen und Reaktoren zur anaeroben Industrieabwasserbehandlung - Arbeitsbericht

Nachdem im letzten Arbeitsbericht die anaeroben Reaktoren und ihre großtechnischen Anwendungen vorgestellt wurden, soll in diesem Arbeitsbericht der Arbeitsgruppe IG 5.1 „Anaerobe Verfahren zur Behandlung von Industrieabwässern“ näher auf die Faktoren eingegangen werden, die die Auswahl des Methanreaktors bestimmen. Auch Anwendungsgrenzen und Ausschlusskriterien aller Methanreaktortypen werden erläutert. Ebenso wird auf die immer wiederkehrende Frage der Ein- und/oder Zweistufigkeit sowie auf die Frage nach dem Grad der Versäuerung, bzw. der Aufenthaltszeit in der Versäuerungsstufe eingegangen. Der Arbeitsbericht ist in der KA (Ausgabe 1/2012) veröffentlicht worden.

Neues Vorhaben - Erarbeitung einer TRwS 791-2 "Bestehende Heizölverbraucheranlagen"

Die derzeit im öffentlichen Beteilungsverfahren befindliche TRwS 791-1 "Errichtung, betriebliche Anforderungen und Stilllegung von Heizölverbraucheranlagen" basiert auf der künftigen bundeseinheitlichen Verordnung für Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (VAUwS). Die VAUwS und damit auch die TRwS 791-1 sehen verschiedene Anforderungen vor, die von bereits bestehenden Heizölverbraucheranlagen nicht erfüllt werden können oder nur mit einem unverhältnismäßigen Aufwand erfüllbar sind.

Ziel der TRwS 791-2 ist es, für bestehende Heizölverbraucheranlagen, die nicht entsprechend dem künftigen Anforderungsniveau ausgebildet sind, Voraussetzungen für den Weiterbetrieb unter Berücksichtiugng der Verhältnismäßigkeit festzulegen.

Neues Vorhaben - Anforderungen an vorgefertigte, schwimmende Ölsperren und deren Anwendung

Der DWA/THW Fachausschuss IG-7„Gerätschaften und Mittel zur Abwehr von Gewässergefährdungen (GMAG)“ hat sich aufgrund rechtlicher und technischer Entwicklungen für eine Aktualisierung der LTwS 27, Teile 3 und 4 und Überführung in ein DWA-Merkblatt DWA-M 720 „Anforderungen an vorgefertigte, schwimmende Ölsperren und deren Anwendung“ ausgesprochen.

Ziel des DWA-Merkblattes ist die Beschreibung von Anforderungen an vorgefertigte, schwimmende Ölsperren zur Sicherstellung von Mindeststandards bei der Anwendung. Zudem sollen Information für Einsatzkräfte zum Umgang mit Ölsperren unter Beachtung des Arbeits- und Umweltschutzes sowie rechtlicher Aspekte bereitgestellt werden.

 

DWA-M 708 neu erschienen

Das Merkblatt DWA-M 708 "Abwasser aus der Milchverarbeitung" (Oktober 2011) beschreibt Verfahren zur Vermeidung, Verminderung und Behandlung von Abwasser aus milchverarbeitenden Betrieben nach dem Stand der Technik gemäß § 57 Wasserhaushaltsgesetz und des Anhangs 3 zur Abwasserverordnung. Zudem werden Stoffströme sowie innerbetrieblich Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderung von Emissionen nach dem BVT-Merkblatt "Nahrungsmittelindustrie" dargestellt.

DWA-M 719 - Neu erschienen

Das DWA-M 719 "Musterausbildungspläne zur Aus- und Fortbildung von Einsatzkräften zur Ölschadensbekämpfung an oberirdischen Gewässern" (Juni 2011) ist eine Rahmenempfehlung zur bundesweiten Aus- und Fortbildung auf dem Gebiet der Ölschadenbekämpfung und dient der Umsetzung eines einheitlichen bekämpfungsstrategischen Rahmens in der Gefahrenabwehr bei Ölschadenfällen in der Bundesrepublik Deutschland.

DWA-M 731 - Neu erschienen | ATV-DVWK M 364 zurückgezogen

Das Merkblatt DWA-M 731 „Abwasser und Abfälle aus der Papierindustrie“ (August 2011) gibt einen ausführlichen und praxisbezogenen Überblick über die Produktionsverhältnisse der Papierindustrie sowie über die Beschaffenheit, Vermeidungs-, Verminderungs- und Behandlungsmöglichkeiten bei den Abwässern aus der Papier- und Pappenherstellung. Dem integrierten Ansatz folgend wurde das bestehende Merkblatt ATV-DVWK-M 364 „Behandlung, Verwertung und Beseitigung produktionsspezifischer Abfälle aus der Papierherstellung“ überarbeitet und in das DWA-M 731 integriert. Auch Aspekte anderer Umweltbereiche wie der Energieverbrauch der Branche, das Vorkommen gefährlicher Stoffe sowie Emissionen aus der Abwasser- und Abfallbehandlung (Abluft, Gerüche, Lärm, Abwärme) werden mit behandelt.

DWA-M 771 - Neu erschienen

Das Merkblatt DWA-M 771 „Abwasser aus der Wäsche, Pflege und Instandhaltung von Straßen-, Schienen- und Luftfahrzeugen“ (Juli 2011) beschreibt die Enstehung sowie die Verfahren zur Behandlung von Abwasser, welches bei der Wäsche, Pflege und Instandhaltung von Fahrzeugen anfällt. Behandelt werden neben Straßenfahrzeugen auch Schienenfahrzeuge, Luftfahrzeuge, Militärfahrzeuge und Sonderfahrzeuge aus dem landwirtschaftlichen und kommunalen Bereich.

DWA-A 716-1 - Neu erschienen

Bei Unfällen mit Ölen und anderen flüssigen Chemikalien ist der Einsatz von geeigneten Öl- und Chemikalienbindemitteln entscheidend. Ziel des neunteiligen Arbeitsblattes DWA-A 716 ist es, durch einheitliche Vorgaben zur Prüfung und Bewertung von Bindemitteln die wahrscheinliche Eignung für den ange-strebten Einsatzzweck sowie die Zuverlässigkeit solcher Produkte anhand der Verpackungshinweise erkennbar zu machen. DWA-A 716-1 „Öl- und Chemikalienbindemittel – Anforderungen/Prüfkriterien/Zulassung – Teil 1: Allgemeine Anforderungen“ (Juli 2011) umfasst die allgemeinen Anforderungen und Prüfverfahren für alle Öl- und Chemikalienbindemittel.

Wahrscheinlichkeit der Gefährdung von Gewässern bei Verwendung von E10 an bestehenden Tankstellen - Arbeitsbericht

Gemäß der europäischen Richtlinie zur Kraftstoffqualität wurde Ende 2010 Benzin mit einem Ethanolanteil bis zu 10 % (E10) eingeführt. Die Festlegungen der TRwS 781 „Tankstellen für Kraftfahrzeuge“ beziehen sich derzeit mit Ausnahme von Regelungen zu Flächenabdichtungen aber nur auf Beimischungen für Kraftstoffe mit geringeren Ethanolgehalten. Um ab Ende 2010 eine technische Regelungslücke für den Bereich E10 zu vermeiden, hat die Arbeitsgruppe IG-6.5 „Tankstellen für Kraftfahrzeuge“ technische Lösungen im Zusammenhang mit der Rückhaltung von E10 an Tankstellen diskutiert. Die Ergebnisse sind in einem Arbeitsbericht in der KA und KW (Ausgabe März 2011) veröffentlicht worden.

Neues Vorhaben - Abwasser aus der Fischzucht - Fachleute gesucht

Die steigende Nachfrage für Fisch- und Meeresprodukte kombiniert mit dem überfischten Zustand der natürlichen Gewässer, macht Fischzuchtanlagen (Aquakulturen) aus wirtschaftlicher wie auch aus ökologischer Hinsicht immer interessanter. Derzeit wird weltweit jede zweite Tonne Fisch in Fischzuchtanlagen produziert. Für die Technologien zur Aufbereitung von Abwässern aus Fischzuchtanlagen gibt es im DWA-Regelwerk bisher noch keine Hinweise, so dass hier die Belastungen und auch Reinigungsverfahren komplett neu zu erheben und zu erfassen sind.

Aus den Fachausschüssen (FA)

FA IG-1 "Industrieabwasser mit anorganischen Inhaltsstoffen"

Das Merkblatt DWA-M 706-4 „Abwasser, das bei der Wäsche von Rauchgasen aus Feuerungsanlagen entsteht“ wurde in der Arbeitsgruppe IG-1.16 „Kraftwerke und Energieversorgungsbetriebe“ fertig gestellt und mit Ausgabedatum November 2010 veröffentlicht. Derzeit befasst sich die Arbeitsgruppe mit der Überarbeitung der Teile 2 und 3 des DWA-M 706.

 

Die Arbeitsgruppe IG-1.13 „Abwasser aus Betrieben der Steine- und Erdenindustrie“ hat einen neunteiligen Merkblattentwurf DWA-M 761 „Abwasser und Abfall der Keramik, Steine- und Erdenindustrie“ vorgelegt. Die Teile befassen sich mit der Abwasserbehandlung in Kalk-, Kreide- und Dolomitindustrie, Ton-, Leichtbeton- Kalksandstein-, Zement-, Porenbeton-, Ziegel-, Gipsindustrie sowie der Bentonite-/Bleicherdenindustrie. Seit Ende des Jahres 2009 befinden sich alle neun Teile im vereinfachten Beteiligungsverfahren.

FA IG-2 "Industrieabwasser mit organischen Inhaltsstoffen"

Im Fachausschuss IG-2 werden derzeit Merkblätter zu den folgenden Themen erarbeitet:

  • Abwasser aus Schlacht- und Fleischverarbeitungsbetrieben,
  • Abwasser aus der Weinbereitung,
  • Abwasser aus der Fruchtsäfte- und Erfrischungsgetränkeindustrie und der Mineralbrunnen
  • Abwasser der Textilherstellungs- und veredelungsindustrie,
  • Abwasser aus der Transportbehälterinnenreinigung,
  • Abwasser aus der Fischzucht
  • Abwasser aus der Gemüseverarbeitung und der Sauerkrautherstellung

 

Die Arbeiten zu den Merkblattentwürfen

  • DWA-M 708 „Abwasser aus der Milchverarbeitung“ und 
  • DWA-M 731 „Abwasser und Abfälle aus der Papierherstellung“

sind abgeschlossen. Eine Veröffentlichung ist in 2011 erfolgt.

Im Juli 2011 wurde das Merkblatt DWA-M 771 "Abwasser aus der Wäsche, Pflege und Instandhaltung von Straßen-, Schienen- und Luftfahrzeugen" veröffentlicht.

FA IG-4 "Grundsatzfragen der Indirekteinleitung"

Im Fachausschuss IG-4 wurde Anfang 2011 die Arbeitsgruppe IG-4.2 „Anthropogene Spurenstoffe und gewerblich/industrielle Indirekteinleiter“ in Nachfolge der Arbeitsgruppe IG-4.2 „Gefährliche Stoffe in kommunalen Kläranlagen“ neugegründet. Die Arbeitsgruppe soll die Bedeutung anthropogener Spurenstoffe aus gewerblichen und industriellen Abwässern für den Kläranlagenbetrieb, das Gewässer und die Klärschlammverwertung und -entsorgung darlegen. Darüber hinaus ist auch das Thema der Entfernung solcher Stoffe aus dem gewerblichen/ industriellen Abwasser sowohl in verfahrenstechnischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht zu behandeln.

FA IG-5 "Spezielle Verfahren zur Behandlung von Industrieabwässern"

Im Fachausschuss IG-5 wird die Behandlung von Industrieabwässern aus verfahrenstechnischer Sicht beleuchtet. Es werden folgende spezielle Verfahren betrachtet:

  • Anaerobe Verfahren
  • Aerobe Verfahren
  • Membranverfahren
  • Membranbelebungsverfahren
  • Biofilmverfahren

 

Die Arbeitsgruppe IG-5.1 „Anaerobe Verfahren zur Behandlung von Industrieabwässern“ hat Anfang des Jahres ihrem 8. Arbeitsbericht „Bewertung und Auswahl anaerober Reaktorsysteme“ vorgelegt.

FA IG-6 "Wassergefährdende Stoffe"

Zentrale Aufgabe des IG-6 ist derzeit die Begleitung der Arbeiten an einer bundeseinheitlichen Verordnung für Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (VAUwS). In den Arbeitsgruppen wird die Er- bzw. Überarbeitung der Technischen Regeln wassergefährdender Stoffe (TRwS) zur Konkretisierung der gesetzlichen Bestimmungen fortgeführt.

Derzeit laufen folgende Arbeiten:

  • Überarbeitung TRwS 779 „Allgemeine Technische Regelungen“,
  • Überarbeitung TRwS 780 "Oberirdische Rohrleitungen"
  • Überarbeitung TRwS 781 "Tankstellen für Kraftfahrzeuge"
  • Überarbeitung TRwS 786 "Ausführung von Dichtflächen"
  • Erarbeitung TRwS 791-2 "Bestehende Heizölverbraucheranlagen"
  • Erarbeitung TRwS 792 „JGS-Anlagen“
  • Erarbeitung TRwS 793 „Biogasanlagen“.

Eine Vorstellung der Arbeitsergebnisse in der Fachöffentlichkeit ist nach In Kraft Treten der VAUwS beabsichtigt. Anfang des Jahres 2009 wurde der Arbeitsblattentwurf DWA-A 791-1 (TRwS 791-1) „Errichtung, betriebliche Anforderungen und Stillegung von Heizölverbraucheranlagen“ vorgelegt. Derzeit läuft das öffentliche Beteiligungsverfahren.

FA IG-7 "GMAG"

Die Arbeiten im GMAG werden derzeit durch folgende Schwerpunkte geprägt:

  • Erarbeitung von Anforderungen an ÖL- und Chemikalienbindemittel; wobei DWA-716-1 im Juli 2011 veröffentlicht worden ist. Der Entwurf von DWA-A 716-9 „Anforderungen an „R“-Öbindemittel zur Anwendung auf Verkehrsflächen (road/rutschfest) befindet sich derzeit im öffentlichen Beteiligungsverfahren.
  • Erarbeitung von Empfehlungen zum  Üben mit und Erproben von Feuerlöschmitteln (Pulver, Schaum, flüssige Löschmittel und Löschwasserzusätze). Der Merkblattentwurf DWA-M 718 befindet sich derzeit im vereinfachten Beteiligungsverfahren.
  • Erarbeitung von Anforderungen an tensidhaltige Reinigungsmittel
  • Erarbeitung von Anforderungen an vorgefertigte, schwimmende Ölsperren, sowie Erstellung von Handlungsanweisungen zur Anwendung von Ölsperren.
  • Überarbeitung des DWA-M 715 "Ölbeseitigung auf Verkehrsflächen"

 

Das Merkblatt DWA-M 719 „Musterausbildungspläne zur Aus- und Fortbildung von Einsatzkräften zur Ölschadenbekämpfung an oberirdischen Gewässern“ wurde mit Ausgabedatum Juni 2011 veröffentlicht.