Die DWA‑Nachbarschaften sind ein bundesweites Netzwerk für Fachkräfte aus Kanal-, Kläranlagen- und Gewässerbetrieben. In regelmäßigen Treffen tauschen sie sich aus, lernen voneinander und entwickeln gemeinsam Lösungen für aktuelle betriebliche Herausforderungen. Seit Jahrzehnten tragen sie durch kontinuierliche Fortbildung dazu bei, die Abwasser- und Gewässerbewirtschaftung in Deutschland dauerhaft zu verbessern.
In Baden‑Württemberg trafen sich in den 1960er‑Jahren erstmals Beschäftigte von Kläranlagen, um sich über ihren Arbeitsalltag auszutauschen und praktische Fragen direkt vor Ort zu klären. Die Idee sprach sich schnell herum. In den folgenden Jahren entstanden Nachbarschaften in allen DWA-Landesverbänden in Deutschland.
| DWA/ÖWAV | Kanal-Nachbarschaften | Kläranlage-Nachbarschaften | Gewässer-Nachbarschaften | Sonder-Nachbarschaften |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 43 | 60 | 43 | 20 |
| Bayern | 96 | 108 | 70 | |
| Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland | 12 | 45 | 44 | |
| Nord | 4 | 44 | ||
| Nord-Ost | 2 | 20 | ||
| NRW | 15 | 28 | 2 | |
| Sachsen/Thüringen | 7 | 22 | 12 | |
| Bodensee (D-A-CH) | 1 | |||
| Österreich/Südtirol | 16 | 55 |
Ungefähr 15 bis 20 Betriebe bilden eine Nachbarschaft. Sie sind ein freiwilliger Zusammenschluss ohne Rechtsform. Sie finanzieren sich aus einem jährlichen Kostenbeitrag.
Sogenannte Obleute und Lehrkräfte leiten die Nachbarschaftstreffen. Sie planen die Themen, führen durch die Veranstaltungen und unterstützen die Betriebe bei der Umsetzung neuer Vorgaben oder technischer Entwicklungen. Sie sind das Herzstück des gesamten Systems. Sie kommen aus der Praxis, sind Ingenieurinnen und Ingenieure, Meisterinnen und Meister oder Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter und - ganz wichtig - haben Spaß daran, ihr Wissen weiterzugeben. Pro Jahr finden ein- bis dreimal Schulungstermine und Austausch statt.
Lust bekommen, selbst mitzumachen? Am besten direkt bei Ihrem Landesverband nachfragen!
Die DWA‑Landesverbände organisieren die Arbeit vor Ort. Sie sind das Bindeglied zwischen Bund und lokaler Ebene.
In einigen Bundesländern übernehmen Partnerorganisationen wie die Gemeinnützige Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung (GFG) in Mitte, die Fortbildungsgesellschaft für Gewässerentwicklung (WBW) in Baden-Württemberg oder das Landesamt für Umwelt in Bayern diese Aufgabe.
Erfahrene Fachleute - in Beiräten organisiert - begleiten die Nachbarschaften beratend und bringen Expertenwissen ein.
Um die wachsende Struktur zu koordinieren, richtete die DWA einen Fachausschuss auf Bundesebene ein, der bis heute als zentrale Steuerungsstelle dient.
Der Fachausschuss Nachbarschaften sorgt dafür, dass Aktivitäten bundesweit abgestimmt bleiben und neue fachliche Impulse in die Regionen gelangen. Drei Arbeitsgruppen – Kanal, Kläranlagen und Gewässer – vertiefen Fachthemen, entwickeln Standards und erarbeiten Schulungsmaterial.
Die Kläranlagen‑Nachbarschaften erheben jährlich Betriebsdaten vieler Anlagen in Deutschland. Diese Daten zeigen, wie effizient Kläranlagen arbeiten - bei Reinigungsleistung, Energieverbrauch oder Schlammbehandlung. Die Ergebnisse ermöglichen Vergleiche, schaffen Transparenz und helfen beim Optimieren.
Davon profitieren alle: Betreiber, Umwelt und letztlich auch die Bürgerinnen und Bürger.
Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V.
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