Anthropogene Spurenstoffe gelangen aus unterschiedlichen Quellen in den Wasserkreislauf und können heute durch verbesserte Analytik selbst in sehr geringen Konzentrationen nachgewiesen werden. Zu ihnen zählen unter anderem Bestandteile von Arzneimitteln, Körperpflegeprodukten, Reinigungsmitteln, Pflanzenschutzmitteln und Industriechemikalien. Für viele Stoffe sowie deren Transformationsprodukte bestehen noch Wissenslücken hinsichtlich möglicher Wirkungen auf Mensch und Umwelt. Neben punktförmigen Einträgen über kommunale oder industrielle Abwassersysteme spielen auch diffuse Eintragspfade aus Landwirtschaft, Niederschlagsentwässerung oder Kanalnetzen eine wichtige Rolle.
Die DWA fordert eine wissenschaftlich fundierte und transparente Risikobewertung als Grundlage für Entscheidungen über Maßnahmen zur Spurenstoffminderung. Vorrang haben Strategien zur Vermeidung und Verminderung von Einträgen an der Quelle sowie eine Harmonisierung von Chemikalien- und Gewässerschutzpolitik auf europäischer Ebene. Zusätzliche Reinigungsverfahren in Kläranlagen können in begründeten Einzelfällen sinnvoll sein, eine flächendeckende und gewässerunabhängige Einführung einer vierten Reinigungsstufe wird jedoch nicht unterstützt. Für alle Maßnahmen sind ökologische, technische, wirtschaftliche und energetische Aspekte sowie ein verlässlicher rechtlicher Rahmen zu berücksichtigen.
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