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Verfahrensketten der Schlammbehandlung: Erarbeitung des Merkblattes DWA-M 390

Vorhabensbeschreibung und Aufruf zur Mitarbeit

Hennef, 1. November 2026. Die DWA plant, das Merkblatt DWA-M 390 „Ressourcenorientierte Bewertung von Verfahrensketten der Schlammbehandlung und Verwertung unter Berücksichtigung der Phosphorrückgewinnung. Teil 1: Modellgestützte Ermittlung von Verbräuchen und Emissionen von Prozessketten als Grundlage für eine Verfahrensauswahl, Teil 2: Modellgestützte Bewertung von Verbräuchen und Emissionen von Prozessketten als Grundlage für eine Verfahrensauswahl“ zu erarbeiten.

Die DWA-Arbeitsgruppe KEK-7.7 „Energie und Ressourceneffizienz der Klärschlammverwertung einschließlich Phosphorrückgewinnung“ wurde im Jahr 2021 gegründet und befasst sich seitdem mit der Erarbeitung und Umsetzung der modellgestützten Verfahrensbewertung von Prozessketten. Die Methodik wurde von der Arbeitsgruppe bereits in einem ersten Arbeitsbericht beschrieben (KA 2/2024).

Im Auftrag und unter der Mitwirkung des Fachausschusses KEK-7 „Energie in der Wasser- und Abfallwirtschaft“ wird die Arbeitsgruppe, aufbauend auf den bisherigen Arbeiten, ein zweiteiliges DWA-Merkblatt erstellen. Dieses wird eine Vorgehensweise zur Ermittlung und Bewertung der Energie- und Ressourceneffizienz von Verfahrensketten zur Schlammbehandlung und -verwertung unter Berücksichtigung der Phosphorrückgewinnung beschreiben. Die dargestellte Methodik ist aber auch auf andere Prozessketten übertragbar.

Die Anforderungen an den kommunalen Abwassersektor steigen deutlich: Verpflichtende Phosphorrückgewinnung aus Klärschlämmen, höhere Reinigungsleistungen (unter anderem weitergehende Nähr- und Spurenstoffelimination) oder der Pfad zur Energieneutralität der Anlagen sowie zur Klimaneutralität des Sektors im Rahmen der EU-Kommunalabwasserrichtlinie.

Gleichzeitig verändern sich rechtliche, technologische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen dynamisch (zum Beispiel neue Grenzwerte, Energiepreisvolatilität, Technologiefortschritt).

Vor diesem Hintergrund bedarf es einer ressourcenorientierten Verfahrensbewertung als transparentes, systematisches und qualitätsgesichertes Entscheidungsinstrument – nicht, weil sie vorgeschrieben ist, sondern weil sie eine robuste, zukunftssichere Investitions- und Betriebsplanung ermöglicht. Gleichzeitig ermöglicht die zunehmende Digitalisierung und damit Verfügbarkeit von Daten, einen Stoffstromzwilling anlagenspezifisch aufzubauen und zur Datenerhebung zu nutzen.

Der Teil 1 des Merkblatts wird zeigen, wie die Bilanz strukturiert aufzubauen ist und welche Grundlagen notwendig sind, um eine valide Bewertung (gemäß Teil 2) zu ermöglichen. Der Fokus dieses Teils liegt auf dem Aufbau der Modell- und Datenbasis auf Basis vorkonfektionierter Verfahrensmodule, der Definition der benötigten Kennzahlen sowie der Beschreibung der methodischen Anforderungen zur konsistenten Bilanzierung. Praxisbeispiele sollen verdeutlichen, wie die Bilanzierung in realen Anlagenkonfigurationen durchgeführt wird und wie typische Herausforderungen – etwa Datenlücken oder Schnittstellen zwischen Teilprozessen – gelöst werden können.

Teil 2 des Merkblatts wird die methodisch transparente und systematische Bewertung von zuvor (gemäß Teil1) bilanzierten Prozessketten zeigen. Im Fokus steht hier die Erhebung von Berichtskennzahlen (zum Beispiel CO2e- und Energiebilanzen) sowie Hinweise zur Vergleichbarkeit, Entscheidungsunterstützung und zum Umgang mit Unsicherheiten. Auch Teil 2 wird Praxisbeispiele enthalten, um zu veranschaulichen, wie reale Variantenvergleiche aufgebaut werden und wie die Bewertung konkret ausgeführt wird.

Das Merkblatt soll den mit Planung, Bau und Betrieb von Anlagen (Schwerpunkt zur Schlammbehandlung und -verwertung) befassten Fachleuten eine praxisorientierte Handreichung geben, um Prozessketten belastbar zu bilanzieren und nachvollziehbar zu bewerten, mit dem Ziel eine solide Basis für robuste Planungs- und Investitionsentscheidungen zu geben.

Die Arbeitsgruppe KEK-7.7 „Energie und Ressourceneffizienz der Klärschlammverwertung einschließlich Phosphorrückgewinnung“ beabsichtigt, sich für diese Aufgabe personell zu verstärken und freut sich über weitere Mitarbeiter*innen. Interessenten für die ehrenamtliche Mitarbeit in der Arbeitsgruppe werden gebeten, ihre Interessensbekundung mit einer kurzen Darstellung ihrer Person und ihrer Expertise zu den oben beschriebenen Inhalten an die DWA-Bundesgeschäftsstelle zu übersenden. Bewerbungen von jungen Berufskolleg*innen sind ausdrücklich herzlich willkommen.

DWA-Bundesgeschäftsstelle
Dipl.-Ing. Reinhard Reifenstuhl
Theodor-Heuss-Allee 17
53773 Hennef
Tel. 0 22 42/872-106
E-Mail: dahmen@dwa.de