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Donauursprung und Obere Diemel gewinnen DWA-Gewässerentwicklungspreis 2026

Herausragende wasserwirtschaftliche Projekte mit extreme Kosteneffizienz und vorbildlicher Verbindung von Ökologie und Erlebbarkeit

Hennef. DWA-Gewässerentwicklungspreis 2026 - zwei Sieger, ein großartiger zweiter Platz. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) zeichnet am Weltwassertag die Low-Budget-Renaturierung der Oberen Diemel und die Revitalisierung des Donauursprungs mit dem Gewässerentwicklungspreis 2026 aus. Der zweite Platz geht ins Eger- und Röslautal für den Verbund von Gewässer und Auen und die damit verbundene Steigerung der Artenvielfalt. „Die Siegerprojekte unseres DWA-Gewässerentwicklungspreises 2026 zeigen, was möglich ist, wenn Menschen sich engagieren. Sie verbinden den Schutz unserer Gewässer mit direktem Nutzen für die Gesellschaft und die Natur. Sie sind Leuchtturmprojekte und regen gleichzeitig zur Nachahmung an“, betont DWA-Vorständin Dr. Lisa Irwin-Broß.

Gewässerentwicklung ist vielfältig. Jedes Gewässer ist anders, jedes Gewässer bietet unterschiedlichste Möglichkeiten. Dies verdeutlichen die zwei Sieger des diesjährigen DWA-Gewässerentwicklungsreises „Revitalisierung Donauursprung“ und „Low-Budget-Renaturierung der Oberen Diemel“ sowie der Zweitplatzierte „InseGdA
Artenvielfalt im Eger- und Röslautal. Ein Spektrum von der ökologischen Wiederbelebung des Ursprungs des zweitlängsten Flusses Europas über die effiziente Renaturierung eines Flussabschnitts mit viel Eigenengagement und äußerst geringen Kosten bis zur vorbildlichen Verbindung von Gewässerschutz, Auen und Artenvielfalt.

Platz 1: Revitalisierung Donauursprung

Der Zusammenfluss von Brigach und Breg in Donaueschingen gilt als Ursprung der Donau, mit 2.857 km nach der Wolga der zweitlängste Fluss Europas. Jahrzehntelang waren Brigach und Breg am Donauursprung stark verbaut und begradigt. Initiiert vom Regierungspräsidium Freiburg und geplant vom Büro 365° Freiraum und Umwelt wurden die Flüsse geöffnet, naturnah umgestaltet und in eine dynamische Flusslandschaft mit Aue eingebettet. Es entstand ein attraktiver Raum für Tourismus und Naherholung in einem zuvor intensiv genutzten Umfeld. Die Verlegung der Breg sowie der Neubau von Infrastruktur ermöglichten einen großzügigen neuen Mündungsbereich mit eigendynamischer Gewässerentwicklung und hoher Natur- und Erlebnisqualität. Das Projekt „Revitalisierung Donauursprung“ punkte mit gewässerökologischen Verbesserungen, der intelligenten Umgestaltung der Infrastruktur und mit der neu geschaffenen Erlebbarkeit des Donauursprungs, begründet die DWA-Jury des Gewässerentwicklungspreis die Auswahl des Siegerprojektes.

Platz 1: Low-Budget-Renaturierung der Oberen Diemel

Das Projekt „Low-Budget-Renaturierung der Oberen Diemel“ besticht durch geringe Kosten und einem Bottom-Up-Ansatz mit Vorbildcharakter für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie. Mit Kosten von lediglich 120.000 € wurde ein 1,5
km langer Abschnitt der Oberen Diemel ökologisch umfassend aufgewertet. Durch eine Umlenkung in neu profilierte Gerinne, Vorstrukturierung, Totholzeinbau und gezielte Kleinsteingriffe wurde die Eigendynamik des Flusses aktiviert bei gleichzeitig komplett vor Ort verbleibendem Aushubmaterial. Durch die Maßnahmen hat sich die Gewässeroberfläche verdoppelt und die ökologische Qualität des Gewässers deutlich verbessert. Die DWA-Jury lobt beim zweiten Siegerprojekt besonders die starke zivilgesellschaftliche Initiative von engagierten Bürgerinnen und Bürgern den innovativen Low-Budget-Ansatz und die iterative Entwicklung mit wiederholten und gezielten Kleinsteingriffen.

Platz 2: InseGdA
Artenvielfalt im Eger- und Röslautal

Das Landratsamt Wunsiedel hat entlang von Eger, Röslau und mehreren Seitenbächen neue Bewirtschaftungs- und Pflegekonzepte entwickelt, um die Insektenvielfalt in Gewässern und Auen gezielt zu fördern. Dabei wurden stark degradierte Gewässerabschnitte durch unterschiedliche Renaturierungskonzepte wieder in einen naturnahen Zustand versetzt. Die Maßnahmen werden durch umfassende Öffentlichkeitsarbeit begleitet und im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert. Das Projekt verbinde in innovativer Form die gezielte Steigerung der Artenvielfalt mit der Erhöhung der Wasseraufnahmefähigkeit angrenzender Auenflächen durch die Verknüpfung von Gewässern und Grünland, hebt die DWA-Jury beim Projekt InseGdA hervor. Dazu komme eine vorbildliche Öffentlichkeitsarbeit mit Website, Gewässerexkursion für Schulen, Führungen und Wanderungen.

DWA-Gewässerentwicklungspreis

Die DWA zeichnet mit dem Gewässerentwicklungspreis vorbildlich durchgeführte Maßnahmen zur naturnahen Erhaltung, Gestaltung und Entwicklung von Fließgewässern aus. Im Fokus stehen Projekte, die die wasserwirtschaftliche und ökologische Funktionsfähigkeit, das Erscheinungsbild sowie den Erlebniswert von Gewässern erhalten, nachhaltig verbessern und weiterentwickeln. Teilnahmeberechtigt sind Kommunen, Wasserverbände, Planungsbüros, Initiativen und andere Akteure, die sich für naturnahe Gewässerentwicklung engagieren.