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Klimaanpassung und Lebensqualität: Schwammstadt muss Standard der Bauleitplanung sein

Mit der Politik im Dialog: Parlamentarischer Abend zur wasserbewussten Stadtentwicklung

Bildunterschrift: Direkter Austausch zur wasserbewussten Stadtentwicklung, von links nach rechts: Carsten Träger, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN); Alexander Bonde, Generalsekretär Deutsche Bundesstiftung Umwelt; Regina Paas, Abteilung Wasserwirtschaft, Gewässer- und Meeresschutz BMUKN; Andrea Gebhard, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer; Dr. Lisa Irwin-Broß, Vorständin DWA; Dr. Olaf Joachim, Staatssekretär im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB); Sebastian Beck, Vorstand der Wirtschaftsbetriebe Duisburg (Foto: Jan-Philipp Burmann / City-Press GmbH Bildagentur)

 

Hennef. Deutschland will die Schwammstadt. Deutschland braucht die Schwammstadt. Die Schwammstadt schafft klimaresiliente zukunftssichere und lebenswerte Städte. Bei der anstehenden Novellierung des Baugesetzbuches muss die wasserbewusste Stadtentwicklung als Standard der Bauleitplanung verankert werden. „Die wasserbewusste Stadtentwicklung ist kein Zusatz, sondern ein zentraler Baustein moderner Stadt- und Quartiersplanung“, betonte DWA-Vorständin Dr. Lisa Irwin-Broß, bei ihrer Eröffnung des Parlamentarischen Abends Wasserwirtschaft und Stadtentwicklung im Dialog – Auf dem Weg zur klimaresilienten Stadt. „Unsere Städte und Gemeinden können auch in einer Welt des Klimawandels lebenswert und klimaresilient sein, wenn wir den Weg gemeinsam weitergehen, mutig, innovativ und im Bewusstsein, dass Wasser der Schlüssel zu unserer gemeinsamen Zukunft ist“, ergänzte Alexander Bonde, Generalsekretär des Co-Gastgebers Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Kommunen tragen die Hauptverantwortung für Klimaanpassung. Nur mit konkreter Kenntnis der Situation vor Ort lässt sich die Klimaanpassung, der Aus- und Umbau zu nachhaltigen und lebenswerten Städten, effizient gestalten. Um dieser Aufgabe gerecht werden zu können, benötigen Städte und Gemeinden belastbare Planungsgrundlagen, administrative Klarheit und langfristige finanzielle Sicherheit. Die Bundesregierung muss bei der aktuellen Novellierung des Baugesetzbuches die Weichen entsprechend stellen. Die blau‑grüne Infrastruktur muss integraler Bestandteil der baulichen Entwicklung werden, die blau-grüne Infrastruktur muss Standard in der Bauleitplanung sein. Investitionen, die wir heute tätigen, werden unser urbanes Umfeld die nächsten Jahrzehnte prägen. Es geht um eine generationsgerechte Siedlungsentwicklung. Sie muss an den Leitlinien einer klimaresilienten Entwicklung ausgerichtet werden.

Die wasserbewusste Stadtentwicklung braucht einen zukunftsweisenden rechtlichen Rahmen. Die wasserbewusste Stadtentwicklung braucht aber auch einen kommunalen Konsens und starke kommunale Unternehmen. Mit der Allianz Gemeinsam für eine wasserbewusste Stadtentwicklung hat die DWA ein starkes interdisziplinäres Netzwerk geschaffen, um alle Stakeholder der wasserbewussten Stadtentwicklung von den Möglichkeiten und Chancen zu überzeugen und für klimaresiliente lebenswerte Städte zu begeistern. 24 Organisationen und Institute, von der Bundesarchitektenkammer über Stadtplaner und Landschaftsarchitekten bis zur Wasserwirtschaft, arbeiten gemeinsam daran, den Umbau unserer Städte für eine bessere Starkregenvorsorge, für eine langfristige Versorgungssicherheit und vor allem für mehr Lebensqualität flächendeckend voranzutreiben.

Wichtig ist, wir fangen nicht bei Null an. Bundesweit haben zahlreiche Städte und Gemeinden Schwammstadtprojekte angeschoben und umgesetzt. Die Projekte funktionieren als Anpassung an den Klimawandel, haben die Lebensqualität in den Quartieren erhöht, wirken als überaus positiver Standortfaktor – und werden von den Bürgerinnen und Bürgern sehr gut angenommen. Mit diesen Best-Practice-Beispielen müssen wir werben; bei der Politik, bei kommunalen Entscheidungsträgern sowie bei der Bevölkerung vor Ort.

Gemeinsam – Politik, Kommunen, Fachwelt und Zivilgesellschaft – können wir unsere Städte ökologisch, wirtschaftlich und sozial widerstandsfähig gestalten. Zentrale Basis ist der Dialog. Mit dem Parlamentarischen Abend Wasserwirtschaft und Stadtentwicklung im Dialog – Auf dem Weg zur klimaresilienten Stadt haben DWA und DBU den direkten Austausch mit den Bundesministerien für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), der Bundesarchitektenkammer und vielen weiteren Stakeholdern noch einmal intensiviert. Für gemeinsame Lösungen, für eine zeitnahe und flächendeckende Klimaanpassung und für zukunftssichere und lebenswerte Städte.