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Überarbeitung des Themenbands T2/2014 „Anpassungsstrategien für Stauanlagen an den Klimawandel“

Vorhabensbeschreibung und Aufruf zur Mitarbeit

Hennef, 1. Juli 2026. Die DWA-Arbeitsgruppe WW-4.6 „Stauanlagen und Klimawandel“ überarbeitet die DWA-Themen T2/2014 „Anpassungsstrategien für Stauanlagen an den Klimawandel“ und sucht interessierte Fachleute zur Mitarbeit.

Anlass

Das bestehende DWA-Themenheft T2/2014 „Anpassungsstrategien für Stauanlagen an den Klimawandel“ stammt als erste Auflage aus dem Jahr 2014. Es liegt somit nahe, das Themenheft orientiert an Erfahrungen und neuen Erkenntnissen der letzten Jahre anzupassen und in diesem Zusammenhang Querverweise zu relevanten technischen Regelwerken und weiterführender Literatur zu aktualisieren. Nach mehr als einem Jahrzehnt gilt es besonders, neue Entwicklungen des dynamischen Themenfelds durch Neufassungen aufzugreifen. Im Zuge der Überarbeitung ist geplant, neben der Aktualität den Umfang, die Struktur und die Gewichtung der Themen des Hefts zu überprüfen und bei Erfordernis zu modifizieren.

Klimawandel und Anpassungsstrategien

Die Folgen des Klimawandels sind in Deutschland spür- und messbar. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist das Jahresmittel der Lufttemperatur im Flächenmittel von Deutschland im Zeitraum 1881 bis 2021 um 1,6 °C angestiegen. Gemäß DWD sind in Deutschland die fünf wärmsten Jahre seit 1881 nach dem Jahr 2000 aufgetreten. Jüngere Extremwettereignisse in Form von Dürreperioden (2018-2020, 2022) sowie von Starkregen- und Hochwasserereignissen (2021, 2024) in Verbindung mit den Prognosen zum globalen Klimawandel lassen in den kommenden Jahrzehnten weitere deutliche Änderungen erwarten. Diese werden sich signifikant auf das Temperatur-, Niederschlags- und Abflussgeschehen auswirken.

Die regionalen Ausprägungen und Betroffenheiten werden in Deutschland unterschiedlich sein. Obschon mögliche Szenarien weit streuen, gilt es als gesichert, dass die Folgen dieser Auswirkungen den Wasserhaushalt und mit ihm die wasserwirtschaftlichen Verhältnisse signifikant beeinflussen werden. Es ist zu erwarten, dass alle Regionen Deutschlands von einem weiteren Temperaturanstieg, einer Zunahme der Intensität, Häufigkeit und Dauer sowohl von Hitze- und Trockenperioden als auch von Starkregen- und Überflutungsereignissen betroffen werden.

Um diesen Änderungen rechtzeitig zu begegnen, sind geeignete Anpassungsstrategien zu entwickeln. Die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (2024) sieht für das Cluster Wasser als Ziel Wa-2 „Resilienz der Wasserinfrastrukturen stärken“ vor. Dieses Ziel geht einher mit dem strategischen Motiv der Nationalen Wassersstrategie (2023), Wasserinfrastrukturen klimaangepasst weiterzuentwickeln, diese vor Extremereignissen zu schützen sowie die Versorgung zu gewährleisten.

Bei bestehenden langlebigen wasserwirtschaftlichen Infrastrukturen und deren Planung ist darauf zu achten, dass sie resilienter und anpassungsfähiger gestaltet werden. Durch Zunahme von Extremereignissen können sie geschädigt, durch veränderte Bedingungen in ihrer Funktionsfähigkeit oder Wirksamkeit beeinträchtigt werden. Diese Beurteilungen treffen in besonderem Maße auf Stauanlagen zu, weil sie als klimasensitive Infrastrukturen der Trink- und Brauchwasserversorgung, dem Hochwasserschutz, der Niedrigwasseraufhöhung und der Wasserkrafterzeugung dienen und für eine wirtschaftliche Nutzungsdauer von 80–100 Jahren gebaut werden.

Anpassungsmaßnahmen für Stauanlagen

Unter Berücksichtigung des Klimawandels stehen für Stauanlagen als Anpassungsmaßnahmen deren Nutzung, Betrieb und Bewirtschaftung sowie deren technische Sicherheit im Fokus. Bei bestehenden und geplanten Anlagen erfordern Prognoseunsicherheiten und damit die Unwägbarkeiten zukünftiger Entwicklungen flexible, nachsteuerbare, resiliente Lösungen.

Ausgehend von aktuellen Klimawandelprojektionen für die Flussgebiete Deutschlands sollen gebietstypische Grundaussagen zu den für Stauanlagen relevanten natürlichen Folgen und anlagenspezifischen Auswirkungen identifiziert und getroffen werden. Die gebietsbezogene Beschreibung des Klimawandels sowie dessen hydrologischen Folgen sollen mit Hinweis auf aktuelle Untersuchungen insbesondere einzelner Bundesländer zusammenfassend, exemplarisch dargestellt und damit kompakt gefasst werden.

Daraus ableitet, werden mögliche Anpassungsmaßnahmen aufgezeigt. Schwerpunkte bilden hierbei sowohl Bemessungsansätze und -größen für die Stauanlagen- und Versorgungssicherheit wie auch technisch-konstruktive, betriebliche und organisatorische Vorsorgemaßnahmen. Gleichrangige Schwerpunkte bilden Schritte zur Verbesserung und Anpassung der Stauanlagenbewirtschaftung (hinsichtlich Wassermenge und Wassergüte) bis hin zu Fragen der Kapazitätserweiterung, Umwidmung oder des Neubaus von Stauanlagen. Aktuelle Beispiele des Stauanlagenbetriebs in Deutschland bilden die Verbindung, um praxisnahe Hinweise und Handlungsempfehlungen als Anpassungs-strategien in dem Themenheft zusammenzuführen.

Stauanlagen, wie Talsperren, Hochwasserrückhaltebecken und Staustufen, werden durch die Folgen des Klimawandels in technischer und bewirtschaftungsseitiger Hinsicht nicht nur Betroffene sein. Sie bieten zugleich die Möglichkeit, bei abnehmendem Wasserdargebot und/oder zunehmender Variabilität des Abflussgeschehens (Hochwasser, Niedrigwasser) ausgleichend zu wirken. Als Beitragende zur Klimaanpassung können sie Defizite bezüglich Wassernutzungen, Gewässerbenutzungen und Hochwasserschutz kompensieren. Insoweit ist trotz regionaler Unterschiede damit zu rechnen, dass mit dem Klimawandel Stauanlagen im Spannungsfeld von Hoch- und Niedrigwasserbewirtschaftung zunehmende Bedeutung bei der Versorgungssicherheit und dem Hochwasserschutz erlangen werden.

Die Arbeitsgruppe WW-4.6 „Stauanlagen und Klimawandel“ möchte mit diesem Themenband Stauanlageneigentümer und -betreiber, beratende Ingenieurbüros, Aufsichtsbehörden der Kommunen und Länder, Wasserwirtschaftsverbände, Hochschulen und Politik ansprechen. Die Arbeitsgruppe WW-4.6 ist eine Arbeitsgruppe des DWA-Fachausschusses WW-4 „Stauanlagen und Hochwasserschutzanlagen“, ein gemeinsamer Fachausschuss mit der Deutschen Gesellschaft für Geotechnik (DGGT) sowie dem Deutschen Talsperren Komitee (DTK).

Zur Mitarbeit sind alle interessierten Fachleuten mit entsprechenden Kenntnissen eingeladen. Hin-weise und Anregungen zu diesem Vorhaben nimmt die DWA-Bundesgeschäftsstelle gerne entgegen.Bewerbungen von jungen Berufskolleg*innen sind ausdrücklich willkommen.

Interessent*innen melden sich bitte mit einer themenbezogenen Beschreibung ihres beruflichen Werdegangs bis zum 30. Juni 2026 bei:

DWA-Bundesgeschäftsstelle
Mayada Eissa, M. Sc.
Theodor-Heuss-Allee 17
53773 Hennef
Tel. 0 22 42/872-119
E-Mail: eissa@dwa.de