Am 19. März 2026 fand der Thematische Stammtisch der Jungen DWA zu den Themen Schlammstabilisierung auf Kläranlagen kleiner und mittlerer Größe sowie Co-Vergärung organischer Stoffe statt. Zu Gast waren Michael Bröker, M.Sc., Sprecher der DWA-Arbeitsgruppe KEK-2.7 „Schlammstabilisierung auf Kläranlagen kleiner und mittlerer Größe“, sowie Prof. Dr.-Ing. Jürgen Wiese von der Hochschule Magdeburg-Stendal, Obmann des Fachausschusses KEK-4 und Sprecher der Arbeitsgruppe KEK-4.2 „Vergärung“. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde gaben beide Referenten praxisnahe Einblicke in aktuelle Fragestellungen und Entwicklungen der DWA-Gremienarbeit.
Michael Bröker stellte die Arbeit der DWA-Arbeitsgruppe KEK-2.7 vor. Im Mittelpunkt stand die Frage, ab welcher Ausbaugröße und unter welchen Bedingungen eine Faulung auf kleinen und mittleren Kläranlagen technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Dabei wurde deutlich, dass heute vor allem Energiepreise, Klimaschutz und der Zustand bestehender Anlagen eine wichtige Rolle spielen. Dabei rückt der zentrale Punkt „Die Stabilisierung des Schlamms“ häufig in den Hintergrund und andere Punkte wie die Energieerzeugung und die energetische Autarkie stehen mehr im Fokus der Diskussionen. Allgemein kann zunehmend ab > 20.000 EW eine Empfehlung zur anaeroben Schlammstabilisierung erfolgen. Teilweise ist das Verfahren schon ab 10.000 EW eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung. Dies bedarf jedoch einer individuellen Prüfung. Aktuell wird ein Arbeitsbericht erstellt. Erste Ergebnisse werden bei den Klärschlammtagen 2027 vorgestellt.
Im zweiten Vortrag sprach Prof. Dr.-Ing. Jürgen Wiese über die Co-Vergärung organischer Stoffe. Der Vortag legte den Fokus auf den Abfallbereich, da dieser häufig wenig im Rampenlicht steht, als die Abwasserbranche. Es gibt ca. 135 Biovergärungsanlagen und 250 Abfallvergärungsanlagen in Deutschland. Die Branche befindet sich aufgrund von schärfer werdenden Gesetzeslagen in einer kontinuierlichen Optimierung. Im Gegensatz zur Abwassereinigung müssen deutlich höhere H2S-Konzentrationen und Viskositäten bewältigt werden. Die Qualitätsanforderungen an die Gärreste sind sehr hoch und durch die strengeren Regelungen in der aktuellen Düngemittelverordnung erschweren sie die landwirtschaftliche Nutzung. Die DWA-Regelwerke werden aufgrund der dynamischen Lage und neuen technischen Lösungen regelmäßig überarbeitet.
Wer Interesse hat, kann als Gast in die Arbeit der Arbeitsgruppen hineinschnuppern und die Sprecher direkt kontaktieren. Selbstverständlich können wir euch auch bei der Kontaktaufnahme und weiteren Fragen behilflich sein: fachgremien@junge-dwa.de
Aktuelle Aufrufe zur Mitarbeit verschiedener Arbeitsgruppen können Mitglieder der Jungen DWA im Channel #Fachgremien im Rocket.Chat einsehen.
Text: Mahnaz Ediresh und Tim Welzel
Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V.
+49 2242 872 333 +49 2242 872 100 info@dwa.de