Fachausschuss KA-1 "NASS-Ressourcenorientierte Sanitärsysteme"

Der DWA-Fachausschusses KA-1 „NASS-Ressourcenorientierte Sanitärsysteme“ befasst sich mit:

  • Techniken zur separaten Erfassung und Behandlung der Stoffströme Gelb-, Schwarz-, Braun-, Grau- und Regenwasser
  • Praxisanwendungen neuartiger Sanitärsysteme
  • Verwertungstechniken und Düngewirkung der Reststoffe
  • Motiven und Hemmnissen beim Einsatz neuartiger Sanitärsysteme
  • konzeptionellen Lösungen zur Integration von neuartigen Sanitärsystemen in bestehende Entwässerungssysteme.

Unter NASS werden zwei grundlegende Ansatzpunkte subsummiert, die die Grenzen und Möglichkeiten der „konventionellen“ Siedlungsentwässerung zu erweitern versprechen. Zum einen wird die Verwertung von Abwasserinhaltsstoffen, wie Nährstoffe und organische Stoffe angestrebt, zum anderen soll auf einen aufwendigen und investitionslastigen Transport von Abwasser mittels großer Leitungen möglichst verzichtet werden. Eine Trennung der Stoffströme ist für NASS nicht unbedingt notwendig: die weitgehende Ressourcennutzung steht bei NASS im Vordergrund.

 

Arbeitsgruppen

AG KA 1.1 Technik
AG KA 1.3 Landwirtschaftliche Verwertung
AG KA 1.4 Systemintegration

Ziele

In den letzten Jahren wurden sowohl national als auch international zahlreiche Forschungs- und Demonstrationsvorhaben im Bereich neuer urbaner Wasserinfrastruktursysteme durchgeführt, die zu neuen Erkenntnissen und neuen technischen Konzepten geführt haben. Von Seiten der DWA wurden diese Entwicklungen aufgenommen und im Themenband „Neuartige Sanitärsysteme“ dokumentiert. Für eine weitere Umsetzung dieser Erkenntnisse in der Praxis ist es notwendig, dass die wichtigsten Aspekte in einer für die wichtigen Akteure (Planer, Behörden, Ver- und Entsorger) gut zugänglichen und kompakten Form zusammengefasst werden. Ziel der Arbeitsgruppe ist deshalb die Vorbereitung eines neuen DWA-Arbeitsblattes zum Thema „Grundsätze für die Planung und Implementierung Neuartiger Sanitärsysteme (NASS)“.

Inhaltlich sollen folgende Aspekte abgedeckt werden:

  • Beschreibung der Grundzüge Neuartiger Sanitärsysteme
  • Übersicht über neue Entwicklungen
  • Systematisierung der Vorgehensweise bei Planung von NASS
  • Herausarbeiten von besonderen Anwendungspotenzialen für NASS
  • Vorgehensweise für vergleichende Bewertung unterschiedlicher Konzepte incl. NASS

Daneben sind folgende Arbeitsschwerpunkte in der AG vorgesehen:

  • Identifizierung wichtiger Anwendungsgebiete für NASS (Einstiegs- bzw. Beispielmärkte); dazu wurde zusammen mit AG 1.8 ein Integrationsworkshop vorbereitet und im Juni 2012 durchgeführt;
  • detailliertere Analyse notwendiger Schritte für Planung und Umsetzung von NASS anhand dieser Anwendungsgebiete:
    • methodische Fragen bei der Bewertung
    • Analyse von Hemmnissen
    • Ansätze zur Förderung von NASS (Begründung, Vergleich zur Energiepolitik)
    • Akteursanalyse
  • Untersuchung der langfristigen Anwendungspotenziale von NASS

Ergebnisse:

Vorlage eines neuen DWA-Arbeitsblattes NASS-Integrationsworkshop ergänzende Hintergrundinformationen zur Umsetzung des geplanten Arbeitsblattes

AG KA 1.5 Strategien zur Anpassung der Abwasserinfrastruktur für den ländlichen Raum

Ziele

Strategien und Lösungsansätze zur Anpassung der Abwasserinfrastruktur im ländlichen Raum an sich ändernde Randbedingungen

Die Arbeitsgruppe wurde 2017 gegründet und mit der Überarbeitung des Arbeitsblatts ATV-A 200 „Grundsätze für die Abwasserentsorgung im ländlichen Raum“ beauftragt. Angesichts der zwischenzeitlichen technischen Innovationen, aber auch der veränderten Herausforderungen, insbesondere des demografischen Wandels, bedarf das Arbeitsblatt einer grundlegenden Überarbeitung. Das bisherige Arbeitsblatt ist bezüglich sich verändernder Abwassermengen stark auf Kläranlagen und die Abwasserbehandlung ausgerichtet. Entsprechende Betrachtungen zum gesamten Sanitärsystem und der Siedlungsentwässerung mit Überlegungen zur Systemumstellung fehlen weitgehend.

Das neue Arbeitsblatt DWA-A 200 soll u. A. unter Berücksichtigung der folgenden Punkte und Würdigung der aktuellen Regeln der DWA sowie der Erkenntnisse aus der BMBF-Fördermaßnahme INIS überarbeitet werden:

  • Probleme des demografischen Wandels einschl. Altersstruktur der Bevölkerung speziell im ländlichen Raum
  • Berücksichtigung der spezifischen Abwasserzusammensetzung
  • Aufzeigen funktionaler Anwendungsgrenzen konventioneller („zentraler“) Abwasserentsorgungssysteme
  • Darstellung technischer Möglichkeiten zur Systemumstellung (u. a. Druck-/Unterdrucksysteme, Flat-Verfahren, Stoffstromtrennung, Regenwasserbewirtschaftung, dezentrale Abwasserentsorgung)
  • Anpassung der Aussagen zu Kleinkläranlagen und kleinen Kläranlagen (Verfahren, Einleitung der gereinigten Abwässer)
  • Naturnahe Abwasserbehandlung
  • Rechtliche Regelungen für dezentrale Anlagen
  • Beschreibung von Ansätzen zur Systemanpassung (u.a. DWA-A 272, DWA-M 143-18)
  • Aufzeigen von Anwendungsmöglichkeiten neuartiger Sanitärsysteme (NASS) und Ressourcen-effizienter Lösungen für den ländlichen Raum; Betrachtung etwaiger Rückkopplungen zur Funktionalität der zentralen Wasserversorgung
  • Entwicklung methodischer Ansätze zur Ermittlung optimaler Zeitpunkte / Zeiträume zur Umsetzung von Maßnahmen der Systemanpassung und Systemumstellung (Hinweise auf Transitionspfade, Ergebnisse aus INIS-Förderinitiative)
  • Spezifische Lösungsansätze zur Gewährleistung der Funktionssicherheit der Anlagen (Wartung und Betrieb, Überwachung) unter Berücksichtigung des bereits veröffentlichten Arbeitsberichtes des Fachausschusses KA-10
  • Methodische Ansätze zur Kostenbewertung und Gebührenermittlung bei Bevölkerungsrückgang (in Abstimmung mit den Gremien des Hauptausschusses WI)
  • Planungsinstrumente zur Erstellung und Bewertung von Lösungsvarianten

Die Arbeitsgruppe KA-1.5 „Strategien zur Anpassung der Abwasserinfrastruktur für den ländlichen Raum“ ist organisatorisch im gemeinsamen Fachausschuss der Hauptausschüsse ES und KA, dem FA KA-1 „NASS – Ressourcenorientierte Sanitärsysteme“ angesiedelt.

AG KA 1.8 F+E Bedarf

Ziele
Hinsichtlich der Implementierung von NASS bestehen derzeit noch vielfältige Restriktionen und Defizite wie z.B.:

  • Bisherige mangelnde Umsetzung von NASS
  • Vorhandensein vielfältiger Wissensdefizite
  • Mangelnde strategische Ausrichtung von Förderprogrammen
  • Hohe Kosten und Inflexibilität der vorhandenen Systeme
  • Hoher Energie- und Ressourcenverbrauch der vorhandenen Ableitungs- und Behandlungssysteme

Daraus leiten sich die folgenden vorrangigen Arbeitsziele der AG 1.8 ab:

  • Identifizieren von Wissensdefiziten im Bereich NASS
  • Erstellen einer Übersicht über neue Entwicklungen
  • Ableiten des zukünftigen F+E-Bedarfs
  • Herausarbeiten von Möglichkeiten zur Förderung von NASS durch eine gezielte Steuerung des F+E-Bedarfs

Die Zielgruppe deckt dabei die gesamte Bandbreite der relevanten Akteursgruppen von Hochschulen über Forschungseinrichtungen, Ministerien, Behörden, Planer, Ver- und Entsorger bis hin zu Herstellern und Bauherren ab.

Die Arbeit der AG 1.8 betrachtet sowohl den nationalen, deutschen wie auch den internationalen Kontext.
Die Arbeit erfolgt ehrenamtlich. Jährlich finden i.d.R. 1-2 Arbeitsgruppentreffen mit ergänzendem direkten Austausch zwischen den AG-Mitgliedern statt.