DWA zeichnet verdiente Wasserwirtschaftler aus

Hennef. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) vergibt in diesem Jahr eine Reihe von Ehrungen und Auszeichnungen:

Prof. Dr.-Ing. F. Wolfgang Günthert (Universität der Bundeswehr München, Neubiberg) wird zum Ehrenmitglied ernannt.

Die Theodor-Rehbock-Medaille wird Prof. Dr. Bernhard Scheffer (Oyten) verliehen.

Mit der Ehrennadel ausgezeichnet werden: Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Firk (Wasserverband Eifel-Rur, Düren), Dipl.-Ing. Volker Karl (früher KfW, Frankfurt a. M.), Dr. Norbert Litz (früher Umweltbundesamt, Berlin), Abwassermeister Ulrich Marquart (Stadtentwässerung Koblenz), Dipl.-Ing. Peter Mauer (HSI Consult GmbH, Trier), Dipl.-Ing. Johannes Riedl (Wasserwirtschaftsamt Weilheim), Prof. Dr.-Ing. Karl-Heinz Rosenwinkel (Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover), Prof. Dipl.-Ing. Bernd Wille (früher Wupperverband, Wuppertal).

Die Ehrungen wurden am 28. September 2016 im Rahmen der DWA-Bundestagung in Bonn vorgenommen. Johannes Riedl wurde die Ehrennadel bereits während des Nürnberger Wasserwirtschaftstags am 21. Juli 2016 überreicht. Norbert Litz nimmt die Ehrennadel auf der DWA-Bundestagung 2017 in Berlin entgegen.

Ehrenmitgliedschaft

F. Wolfgang Günthert hat besondere Verdienste um die Vereinigung erworben. In seiner Person vereinten sich, teilweise gleichzeitig, wichtige Funktionen und Ämter, in die er von den Fachkollegen in den jeweiligen Gremien gewählt wurde, oft mehrmals hintereinander über viele Jahre: Von 2000 bis 2008 war er Vorsitzender des Hauptausschusses „Kommunale Abwasserbehandlung“. Fast zeitgleich, von 2000 bis 2007 leitete er die erfolgreiche Fortbildungsreihe „WasserWirtschafts-Kurse“ der DWA. Wolfgang Günthert ist langjährig Mitglied des Vorstands der DWA auf Bundesebene und seit 2004 Vorsitzender des Landesverbands Bayern. 2009 wurde Günthert ins Präsidium der DWA gewählt; hier schied er Ende 2015 als inzwischen Vizepräsident wieder aus. Weiter war das neue Ehrenmitglied Sprecher des Koordinierungskreises der Hauptausschussvorsitzenden und Vertreter der Landesverbandsvorsitzenden im Präsidium. Wolfgang Günthert war und ist vielfältig und breit in der DWA engagiert. Über die Jahre war er Mitglied in Fachgremien der DWA zu fast allen Themen aus dem Abwasserbereich. Ein großes Anliegen ist ihm die Förderung des fachlichen Nachwuchses auf allen Qualifikationsebenen, wobei er sich für junge Kräfte besonders einsetzt. Erst 2011 wurde Wolfgang Günthert aufgrund seines unermüdlichen En­gagements für die Ziele der DWA und seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen mit der Max-Prüss-Medaille der DWA ausgezeichnet.

Theodor-Rehbock-Medaille

Bernhard Scheffer hat sich um die DWA und ihre Vorgängerorganisation DVWK und die Erfüllung ihrer Aufgaben insbesondere im Bereich des Boden- und Grundwasserschutzes durch wissenschaftliche und berufliche Leistungen über viele Jahrzehnte in hervorragender Weise verdient gemacht. Er ist ein besonderer Fachmann für Fragen des Nährstoffhaushalts von Gewässern und Böden. Fast sein gesamtes Berufsleben hat Bernhard Scheffer im Niedersächsischen Landesamt für Bodenforschung verbracht. Hier war er Direktor und Professor und nach einer Umorganisation Leiter des Referats „Bodenkundliche Analytik“ im Bodentechnologischen Institut Bremen. Außerdem ist er Honorarprofessor an der Universität Münster. Seine besonderen Verdienste liegen in der Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Merk- und Arbeitsblätter und somit in die Praxis. Zuletzt arbeitete Scheffer mit an einem Buch der DWA („Themenband“) zu diffusen Stoffeinträgen in Gewässer aus der Landwirtschaft, das im August 2016 erschienen ist. Mit der Theodor-Rehbock-Medaille werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich um die Vereinigung und die Erfüllung ihrer Aufgaben, insbesondere in den Bereichen Wasserbau sowie der Bewirtschaftung von Grundwasser und Oberflächengewässer, durch wissenschaftliche oder berufliche Leistungen in hervorragendem Maße verdient gemacht haben. Namensgeber ist der deutsche Wasserbauingenieur Theodor Rehbock (1864–1950), bis 1934 Professor an der TH Karlsruhe und Gründer des dortigen Flussbau-Laboratoriums, das heute im Institut für Wasser und Gewässerentwicklung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) aufgegangen ist.

Ehrennadeln

Mit der Ehrennadel werden Mitglieder geehrt, die die Vereinigung durch intensive Tätigkeit gefördert haben.

Wolfgang Firk hat langjährige Verdienste in der Wasserwirtschaft sowohl in Nordrhein-Westfalen, wo er seit 2001 Vorstand des Wasserverbands Eifel-Rur ist, als auch bundesweit und international. In der DWA ist er seit 2004 Obmann des Fachausschusses KA-8 „Verfahren der weitergehenden Abwasserreinigung nach biologischer Behandlung“ und Sprecher der Koordinierungsgruppe „Anthropogene Spurenstoffe im Wasserkreislauf“. Auf diesen Gebieten hat er in den letzten Jahren technische und umweltpolitische Diskussionen entscheidend mitgestaltet und technisch-wissenschaftliche Arbeiten initiiert und in den Fachgremien geleitet. Er ist national wie international ein gefragter Vortragender. Seit 2004 ist Wolfgang Firk Gastprofessor an der Universität Sichuan, Chengdu, China, und seit 2007 Honorarprofessor an der RWTH Aachen, wo er seinerzeit schon studiert und promoviert hat.

Volker Karl ist besonders mit der Internationalisierung der Arbeit der DWA verbunden. Karl war von 1999 bis 2015 Obmann des DWA-Fach­ausschusses BIZ-11 „Internationale Zusammenarbeit in der Wasserwirtschaft“. Er bringt vielfältige Auslandserfahrungen, die er bei seiner Tätigkeit für die KfW gemacht hat, in die Arbeit der DWA ein. Er setzte Maßstäbe und gab Impulse für die Fachkooperationen zwischen der DWA und staatlichen Organisationen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung. Die internationale Ausrichtung der DWA unterstützte und förderte Volker Karl maßgeblich. Die entsprechende Resolution zur Internationalisierung der DWA aus dem Jahr 2003 trägt seine Handschrift.

Norbert Litz hat sich in der DWA und ihrer Vorgängerorganisation DVWK besonders um Fragen der Bodennutzung und zu Stoffeinträgen in Oberflächengewässer und Grundwasser verdient gemacht. Als Fachgebietsleiter des Fachgebiets „Trinkwasserressourcenschutz“ im Umweltbundesamt hat er als Wissenschaftlicher Direktor Fragen zur Belastung von Boden und Grundwasser wissenschaftlich untersucht und bewertet. Unter anderem war er Obmann des entsprechenden Fachausschusses des DVWK. Ein weiteres Arbeitsgebiet von Litz im damaligen DVWK waren Verfahren zur Sanierung kontaminierter Böden. Von 2006 bis 2015 war er Sprecher der Ad-hoc-Arbeitsgruppe „Düngefragen“ der DWA. Ebenso war Norbert Litz Kontaktperson der DWA zu verschiedenen Abteilungen des Umweltbundesamts und Vertreter des Umweltbundesamts in der DWA und hat in einer Reihe von Gremien, Verbänden und Fachgesellschaften mitgearbeitet. Ein besonderer Berührungspunkt der Arbeit von Norbert Litz zur DWA waren auch Arbeiten zum Verhalten organischer und anorganischer Stoffe, die durch Klärschlämme und die landwirtschaftliche Praxis in Böden von Trinkwasserschutzgebieten gelangen können.

Ulrich Marquart ist ein besonders aktiver Kollege aus dem Bereich des Betriebspersonals, der den DWA-Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland wie auch die DWA bundesweit seit vielen Jahren äußerst erfolgreich unterstützt. Seine offene Art ist für viele Kolleginnen und Kollegen Unterstützung und Motivation in allen beruflichen Belangen. Als Mitglied des Prüfungsausschusses „Geprüfte Abwassermeister/in“ in Rheinland-Pfalz und Ausbilder hat er viele junge Menschen zu erfolgreichen beruflichen Abschlüssen im Abwasserbereich geführt. Er betreut Bachelor- und Master-Arbeiten genauso wie Praktikanten/innen mit seinem besonderen persönlichen Engagement. Im „Bundesfachbereich Ver- und Entsorgung“ der komba gewerkschaft (Fachgewerkschaft für Beschäftigte der Kommunen) setzt er sich besonders für die Belange des Betriebspersonals von abwassertechnischen Anlagen und Einrichtungen ein. Ulrich Marquart ist seit vielen Jahren Referent bei DWA-Veranstaltungen und Betreuer einer Kläranlagen-Nachbarschaft (Einrichtung zur gemeinsamen Fortbildung und zum Erfahrungsaustausch des Betriebspersonals von Kläranlagen). Die Fort- und Weiterbildung und die Anpassung von DWA-Kursen an die aktuellen Bedürfnisse in der Praxis werden von ihm ständig zielführend begleitet. Ulrich Marquart ist damit eine wichtige Stütze seines DWA-Landesverbands.

Peter Mauer war von 2004 bis 2015 Vorsitzender des DWA-Landesver­bands Nord-Ost, bis er in diesem Jahr Geschäftsführer und Inhaber der HSI Consult GmbH, eines Ingenieurbüros in der Siedlungswasserwirtschaft in Trier, wurde. Speziell im Landesverband Nord-Ost ist der gebürtige Rheinland-Pfälzer durch diverse Vorträge und Veröffentlichungen zu Themen wie Wirtschaftlichkeitsberechnung von Abwassermaßnahmen, Bewertung von Abwassersystemen, Fremdwasser, Kennzahlenvergleich in der Abwasserwirtschaft, Bewirtschaftungsplanung nach europäischer Wasserrahmenrichtlinie bekannt. In neuerer Zeit, 2015, ist er Mitbegründer des Klärschlamm-Netzwerks Nord-Ost. Ein besonderes Anliegen ist Peter Mauer der Dialog mit der Politik. In diesem Bereich hat er die Organisation und Leitung zahlreicher fachpolitischer Diskussionen im Bereich der Wasserwirtschaft bei Veranstaltungen der Landesverbands Nord-Ost übernommen. Dank Peter Mauer bestehen sehr gute Kontakte der DWA zu den Umweltministerien der nordöstlichen Bundesländer.

Johannes Riedl erhielt die Ehrennadel für seinen vielfältigen Einsatz im Rahmen der Eigenüberwachung von Kläranlagen. Seit 1987 ist er mit dem „Leistungsvergleich kommunaler Kläranlagen“, der jährlich neu erarbeitet und veröffentlicht wird, befasst. Der „Leistungsvergleich“ beruht auf Daten und Messwerten, die bundesweit auf kommunalen Kläranlagen vom dortigen Personal erhoben werden. Der Leistungsvergleich ist seit vielen Jahren Grundlage für weitreichende Entscheidungen auf politischer Ebene, etwa was die Eigenüberwachung von Abwasseranlagen betrifft oder die Abwasserabgabe. Außerdem ist Johannes Riedl seit 1992 Lehrer im DWA-Kurs „Grundlagen für den Kläranlagenbetrieb“. Auch in die Fachgremienarbeit hat sich Johannes Riedl aktiv eingebracht. So hat er beispielsweise die erste Auflage des Arbeitsblattes DWA-A 200 „Grundsätze für die Abwasserentsorgung in ländlich strukturierten Gebieten“ federführend miterarbeitet.

Karl-Heinz Rosenwinkel arbeitet seit Jahrzehnten in verschiedensten Fachgremien der DWA. Sein Engagement erstreckt sich über die Bereiche Bildung, Entwässerungssysteme, kommunale Abwasserbehandlung, Industrieabwässer, anlagenbezogener Gewässerschutz bis hin zu aktuellen Fragen des Frackings oder der Legionellen und Viren im Wasserkreislauf. Schwerpunkte seiner Arbeiten sind unter anderem die industrielle Abwasserbehandlung und die Bemessung kommunaler Anlagen. Rosenwinkel ist Vorsitzender des Hauptausschusses Industrieabwässer und anlagenbezogener Gewässerschutz der DWA und vertritt dieses Gebiet im Vorstand. Aufgrund seines hohen fachlichen Engagements ist Karl-Heinz Rosenwinkel auch bei zahlreichen Vortrags- und Bildungsveranstaltungen der DWA gefragt und wurde 2013 von der European Water Association (EWA) mit der William-Dunbar-Medaille ausgezeichnet. Bevor er im Jahr 1995 die Leitung des Instituts für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik der heutigen Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover übernahm, war Rosenwinkel geschäftsführender Gesellschafter des Ingenieurbüros aqua consult Ing. GmbH.

Bernd Wille, seit 2010 Vorsitzender des DWA-Landesverbands Nordrhein-Westfalen, hat sich vielfältig in die Arbeit der DWA eingebracht. Mit großem Engagement hat er sich auch dem Thema Geoinformationssysteme und Geodateninfrastrukturen (GIS und GDI) gewidmet. Was die Einführung und Anwendung von GIS und GDI in der Wasserwirtschaft betrifft, gingen wesentliche Impulse von Bernd Wille aus. Ein weiteres wichtiges Arbeitsfeld von Wille ist das ganzheitliche Flussgebietsmanagement und die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Hierzu sowie zur Organisation der Wasserwirtschaft hat er Lehraufträge an der RWTH Aachen, wo er seit 2012 Honorarprofessor ist. Auch im DWA-Landesverband Nordrhein-Westfalen hat Bernd Wille zahlreiche neue Akzente gesetzt. Die Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium wurde deutlich intensiviert, und zahlreiche große Veranstaltungen zu aktuellen Themen wurden erfolgreich durchgeführt.

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