Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V.
Berichte von vergangenen Stammtischen
Berichte von vergangenen Stammtischen der DWA
Berichte von vergangenen Stammtischen der DWA
FA ES 8 Sanierung von Entwässerungssystemen
Der erste Thematische Stammtisch dieses Jahr am 20. Februar beschäftigte sich mit der Nutzungsdauer von Entwässerungssystemen. Dr. Ing. Robert Stein, Geschäftsführer der Stein und Partner GmbH, widmete sich in seinem Vortrag dem Zustand des Kanals und der Infrastruktur. Er ist unter anderem im Hauptausschuss Entwässerungssysteme der DWA aktiv. Unter den zwölf Teilnehmenden fanden sich Betriebsleitende und Kanalbetreibende, die ihre Erfahrungen in die Diskussion einbrachten. Ebenso beteiligten sich Mitarbeitende aus Planung und Wissenschaft an dem Stammtisch.
Die Stein und Partner GmbH widmet sich seit rund 20 Jahren der Alterungsmodellierung der Infrastruktur der Wasserver- und Entsorgung. Stein weist in seinem Vortrag aufgrund des Sanierungsstaus auf einen hohen Investitionsaufwand in den kommenden Jahren hin. Für Kanalnetzbetreibende ist die Risikominimierung kritischer Schäden von höchster Priorität. Darüber hinaus geht es um den Substanzerhalt aber auch um die Minimierung von Abschreibungsverlusten. Für die Zustandsbewertung gibt es Zustandsklassen von 0 (Sofortmaßnahme erforderlich) bis 5 (kein Handlungsbedarf). Dabei berücksichtigt die Zustandsklasse Schadensart und -ausmaß sowie Randbedingungen unter den Voraussetzungen der Betriebssicherheit, Standsicherheit und Dichtheit. Ein innovativer Ansatz ist die Kopplung des Zustands mit linearen Abschreibungskosten durch die Substanzklassenbewertung. Diese Methode bezieht die Wertigkeit der Infrastruktur ein und unterstreicht die Bedeutung des Wiederbeschaffungswerts der Kanalisation. Diese entspricht der erforderlichen Aufwendung, um die Kanalisation neu zu bauen. Die unterirdische Infrastruktur gehört dabei zu den größten Vermögenswerten Deutschlands und wird für das Abwassernetz auf rund 1.000 Milliarden Euro geschätzt.
Um diesen Werterhalt zu erreichen, reicht eine Sanierung nach dem Status quo von rund 1% des Kanalnetzes pro Jahr nicht aus. Hier kommen Managementsysteme wie „STATUS“ zum Einsatz. Durch eine Kopplung der Kanaldaten mit einem Alterungsmodell unter Berücksichtigung kaufmännischer Datenbanken wird deutlich, wie durch frühzeitige Investitionen Verluste vermieden werden.
In der anschließenden Diskussion wurden aber auch Herausforderungen identifiziert:
Stein ermutigt daher: „Haben Sie Spaß daran sich mit komplexen Themen auseinanderzusetzen“. Das ist auch in der Fachgremienarbeit der DWA möglich. Untergliedert in zahlreiche Fachausschüsse mit ihren Arbeitsgruppen kann als Gast die Fachgremienarbeit besucht werden. Unterstützung bei der Kontaktaufnahme bietet die E-Mail-Adresse fachgremien@junge-dwa.de. Aktuelle Aufrufe zur Mitarbeit sind im Channel #Fachgremien im Rocket.Chat zu finden.
Text: Anne-Sophie Fölster, Jeannette Boecker
Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V.