CoroMoni

In dem Projekt CoroMoni geht es um Abwassermonitoring zur Bestimmung des SARS-CoV-2-Infektionsgrades der Bevölkerung und Aufbau eines flächendeckenden Frühwarnsystems - Koordination der Forschungsaktivitäten in Deutschland durch die DWA -

Schon früh wurde bekannt, dass das Corona-Virus mit dem Stuhl des Menschen ausgeschieden wird und so in das Abwasser gelangt. Dort ist es zwar nicht lebensfähig, aber die Erbinformation des Virus lässt sich im Abwasser schon vor Ausbruch einer Infektionswelle nachweisen. Mehrere Forschungsgruppen in Deutschland und im Ausland arbeiten daher an der Entwicklung eines Systems, das sich diesen Effekt zu Nutze macht.

Dem Virus einen Schritt voraus zu sein, bedeutet, Hotspot-Regionen frühzeitig zu identifizieren, Virus-Mutationen vor einer massiven Ausbreitung aufzuspüren und die Wirkung von Lockdown-Maßnahmen schneller einschätzen zu können. Einige Forschungsgruppen haben bereits vielversprechende Ergebnisse erzielt. Um Synergien zu nutzen und gewonnene Erfahrungen frühzeitig auszutauschen, sorgt die DWA im Auftrag des BMBF für die Vernetzung aller Forschungsakteure.

Am 1.12.2020 startete Das CoroMoni-Projekt der DWA und war zunächst bis zum Ende des ersten Projektjahres, also bis zum 30.11.2021 darauf beschränkt, die Forschungsakteure in Deutschland und angrenzenden europäischen Ländern miteinander zu vernetzen sowie eine Austauchplattform bereitzustellen.

Schon nach der ersten großen CoroMoni-Video-Konferenz am 25.01.2021 zeigte sich, dass im Sinne einer konstruktiven ergebnisorientierten Zusammenarbeit die Vertiefung von vier für den Projektfortschritt wesentlichen Fragestellungen erforderlich sein würde, die über den im Rahmen der vier geplanten großen Videokonferenzen aller CoroMoni-Forschungsakteure möglichen Austausch hinausgehen würde. In der Folge wurden vier CoroMoni-Arbeitsgruppen gegründet.

Der Aufbau der Kommunikation zwischen den Forschungsakteure aus Deutschland und angrenzenden europäischen Ländern erfolgte durch

  • Videokonferenzen
  • Gründung von Arbeitsgruppen
  • Erstellung von Projektsteckbriefen
  • Nutzung einer gemeinsamen Online-Plattform

Es war jedoch schnell ersichtlich, das sich immer mehr zusätzliche Arbeiten, die über die Vernetzung der Forschungsakteure und die Organisation der Austauschplattform hinausgehen, ergeben. Diese sollen nun im Rahmen einer Aufstockung des Projektes bis zum 31.12.2022 abgearbeitet werden:

  1. Unterstützung bei der Kontaktaufnahme zu Betreibern von Abwasseranlagen und Beratung der Betreiber hinsichtlich ihrer Aufgaben im SARS-CoV-2-Abwassermonitoring-System;
  2. Koordinierung und Organisation der Erarbeitung von Leitlinien zum gesamten Workflow der Überwachung von SARS-CoV-2 in Abwasser, Anforderungen an Probentransport, Probenaufbereitung (Konzentrierung, Extraktion), Probenanalytik (PCR-Techniken, Targets und Standards) und rechnerische Normalisierung unter Berücksichtigung der unterschiedlichen verwendeten Methoden;
  3. Schulung des Betriebspersonals zur korrekten Probenahme, Lagerung und Transporte von Proben;
  4. Definition der Voraussetzungen für Pilot- bzw. Modellprojekte, sowohl auf der Seite der Abwasseranlagen als auch auf der Seite der Gesundheitsbehörden; Erarbeitung von Kriterienkatalogen für die Auswahl der Modellregionen;
  5. Vorstudie zum strategischen Aufbau eines bundesweiten Abwasser-Monitoringsystems auf Grundlage der EU-Empfehlungen mit verhältnismäßigem Aufwand und überschaubarem Kostenrahmen.