Agrarwende angehen – Gewässerschutz beachten

Wesentliche wasserwirtschaftliche Problemstellungen, wie z.  B. Nitratbelastungen oder andere Stoffeinträge in Gewässer, antibiotikaresistente Keime sowie die Flächennutzungen an Gewässern, lassen sich ohne ein stärkeres Engagement der Landwirtschaft für die Umwelt nicht lösen. Die Novellierung des Düngerechts, insbesondere der Düngeverordnung, im Jahr 2017 ist u.a. wegen zahlreicher Ausnahmemöglichkeiten, wenig anspruchsvoller Bilanzüberschussgrenzen und unzureichender Kontrollmechanismen nicht ausreichend. Die Verurteilung Deutschlands im Jahr 2018 durch den Europäischen Gerichtshof wegen Umsetzungsdefiziten der Nitratrichtlinie zwingt zu deutlichen Nachbesserungen.

  • Agrarpolitik neu denken

Die DWA fordert eine Änderung der Agrarpolitik. Zusätzliche Beiträge der Landwirtschaft sind nötig, damit die Ziele der WRRL erreicht werden können. Ein zentrales Problem bleibt der zu hohe Tierbesatz bei zu geringer landwirtschaftlicher Fläche, was zu sehr hohen Nährstoffüberschüssen und damit zu einem Entsorgungsproblem für Wirtschaftsdünger führt. Wasserpolitische Belange müssen integrativ innerhalb der Agrarpolitik Berücksichtigung finden. Die Politik muss den erforderlichen institutionalisierten Dialog mit der Landwirtschaft organisieren.

  • Förderungen stärker mit Umweltauflagen verknüpfen

Im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) auf europäischer Ebene sollten die Ziele stärker in Richtung Nachhaltigkeit formuliert werden. Es ist sicherzustellen, dass künftig nur landwirtschaftliche Maßnahmen aus öffentlichen Mitteln gefördert werden, die im Einklang mit den Vorgaben zum Gewässerschutz stehen. Finanzielle Förderungen sollten mit Anreizen für ein natur-, klima- aber auch tierverträgliches Wirtschaften verbunden werden.

  • Düngerecht in Einklang mit der EU-Nitratrichtlinie bringen

Die Nährstoffbilanz für die Betriebe muss als Brutto-Hoftorbilanz ohne Abzug der gasförmigen Verluste rechtlich festgelegt werden. Hohe Stickstoffabzüge bei der Berechnung der betrieblichen Bilanzwerte im Rahmen der Stoffstrombilanz sind nicht sachgerecht. Die Höhe der Abzüge muss sich an den vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren, die bislang nicht hinreichend berücksichtigt wurden.

  • Kooperative Ansätze stärken

Darüber hinaus gilt es, die wichtigen kooperativen Ansätze, wie z.  B. die Kooperationen zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft sowie die Beratung der Landwirte in Düngefragen und bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, zu stärken.