DWA-Hochwasserampel zeigt Risiken auf

Unterstützung für Kommunen durch Hochwasser-Audit

Hennef. Mit dem Management von Hochwassergefahren im kommunalen Bereich beschäftigen sich am Dienstag, 3. Juli 2012 Experten aus Wirtschaft, Bundesländern und Kommunen in Osnabrück. Im Rahmen des von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) angebotenen Statusseminars „Audit Hochwasser – Wie gut sind wir vorbereitet?“ werden Ergebnisse und Verfahrenswege der ersten Hochwasser-Audits in Braunschweig, Dresden und Köln vorgestellt und Rückschlüsse aus den Erfahrungen mit diesen Audit-Prozessen gezogen, die von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert werden.

Pilotprojekt zum Hochwasserrisikomanagement

Mit dem „Audit Hochwasser“ können Kommunen und Verbände die Qualität ihrer Hochwasser-Vorsorge evaluieren. Sie werden dabei von Fachleuten aus der Praxis unterstützt, die zuvor von der DWA als Auditoren benannt wurden. Zweck des Audits ist es, die Risiken von Flusshochwasser und von durch Starkregen bedingten Sturzfluten zu minimieren. Die Auditoren bewerten anhand eines von der DWA herausgegebenen Merkblattes (DWA-M 551) den Status der existierenden Hochwasservorsorge, geben jedoch keine Handlungsanleitungen. Das Audit geht davon aus, dass gut informierte Entscheidungsträger und eine gut informierte Öffentlichkeit die notwendigen Maßnahmen zum Hochwasserschutz eigenständig treffen. Die auditierten Kommunen und Verbände können sich jedoch im Rahmen des Audit-Prozesses bei der DWA über Maßnahmen informieren, die sich in der Praxis bereits bewährt haben.

Mit dem Audit Hochwasser haben Kommunen und Verbände ein Instrumentarium an der Hand, die von der Europäischen Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (EuHwRM-RL) geforderte Information der Öffentlichkeit über lokale und regionale Hochwasserrisiken umzusetzen.

Hochwassergefahren plastisch dargestellt

Die im Audit zusammengetragenen Informationen werden in Hochwasservorsorge-Ampeln zum Flusshochwasser sowie zu Sturzfluten zusammengefasst und grafisch wie farblich anschaulich dargestellt. Bewertet werden die flächendeckende Vorsorge, die Bauvorsorge, die verhaltenswirksame Vorsorge und die Risikovorsorge nach den drei Hochwasserebenen HQ10 (häufiges Hochwasser), HQ100 (hundertjährliches Hochwasser) und HQextr (Extremhochwasser). Die im Audit erreichten Punkte – maximal 250 je Bewertungssektor – werden von grün über gelb, ocker bis signalrot visualisiert. Stärken und Schwächen in der Hochwasservorsorge sollen auf diese Weise auch einem breiten Publikum verständlich gemacht und als Basis für weiteres Vorsorgehandeln verbreitet werden.

Ort: Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK), An der Bornau 2, 49090 Osnabrück Information: Manuela Jakobi, Telefon: 02242 872-146, E-Mail: jakobi@dwa.de, Seminarflyer: www.dwa.de/Veranstaltungen/Veranstaltungskalender

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