Hochwasser in der Landwirtschaft

DWA-Themenband zu Auswirkungen der Flächennutzung auf den Wasserabfluss

Hennef. Ein neuer Themenband der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) befasst sich mit der hydrologischen Funktion der Landschaft. Die Publikation mit dem Titel „Wasserrückhalt in der Fläche durch Maßnahmen in der Landwirtschaft – Bewertung und Folgerungen für die Praxis“ erläutert und bewertet Lösungsansätze zum Umgang mit Hochwasser in kleinen Einzugsgebieten. Sie richtet sich an Praktiker in Landwirtschafts-, Wasserwirtschafts- und Flurneuordnungsbehörden und an Landwirte. Studierenden der Agrarwissenschaften, der Geographie und des Bauingenieurwesens soll sie den Einstieg in die Problematik der Hydrologie in der Agrarlandschaft, insbesondere der Abflussbildung und –entwicklung, erleichtern.

Die Auswirkungen der landwirtschaftlichen Nutzung auf die Abflussbildung und den Hochwasserabfluss sind am ehesten in einer Raumskala bis etwa 100 km2 erkennbar und zuzuordnen, im sogenannten mikroskaligen und unteren mesoskaligen Bereich. Bei größer werdenden Einzugsgebieten werden die Einflüsse der Landnutzung auf die Abflussverhältnisse immer stärker durch die Eigenschaften der Gewässer und der Talauen überprägt, aber Einflüsse landwirtschaftlicher Nutzung treten auch dort in Erscheinung.

Die für die Verhältnisse in Kleinsteinzugsgebieten hydrologisch relevanten Flächennutzungen reichen von Bewirtschaftungsmaßnahmen auf einzelnen Parzellen bis hin zu Maßnahmen der Flurneuordnung, wobei letztere auch wasserbauliche Veränderungen kleiner Gewässer (etwa im Zuge von Renaturierungsaktivitäten) umfassen können.

Auf den Nutzflächen selbst sind für den Abfluss von Niederschlagswasser vor allem hydrologische Einflüsse von Bedeutung. Sie stehen in engem Zusammenhang mit den Böden, den klimatischen Verhältnissen und der Vegetation. Soweit die landwirtschaftliche Bewirtschaftung der einzelnen Nutzflächen einen Einfluss auf diese Prozesse hat, wirkt sie sich auch auf die Abflussentwicklung aus.

Zusammen mit der genutzten Parzelle spielt die Struktur der genutzten Landschaft eine Rolle. Dazu gehören unter anderem Wege- und Grabennetz, Flächenzuschnitt und Flächengröße, Hangform und Gefälle von Nutzflächen, Gehölzstreifen und Raine. Diese strukturellen Eigenschaften stehen wiederum mit der Bewirtschaftung der einzelnen Flächen in Beziehung, da beide Bereiche sich gegenseitig beeinflussen. Neben der Flurneuordnung beeinflussen auch künstliche Entwässerungen von Nutzflächen und andere meliorative Eingriffe die Abflussverhältnisse und damit den Landschaftswasserhaushalt.

Stoffliche Problemstellungen und sich daraus ergebende Einflüsse auf die Wasserqualität werden im Themenband nicht behandelt.

Die Publikation (ISBN 978-3-88721-250-6) ist im September 2015 erschienen, umfasst 40 Seiten und ist zum Preis von 51 Euro (fördernde DWA-Mitglieder zahlen 40,80 Euro) über 02242-872-333, info@dwa.de oder über den DWA-Shop (www.dwa.de/shop) zu beziehen. T 5/2015 ist auch als E-Book im PDF-Format erhältlich.

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