William-Lindley-Ring für Catarina de Albuquerque

Wasserwirtschaft zeichnet portugiesische Menschenrechtsaktivistin aus

Hennef. Catarina de Albuquerque (52) wird mit dem William-Lindley-Ring der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) ausgezeichnet. Die portugiesische Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivistin ist die sechste Persönlichkeit, die den 1998 erstmals vergebenen William-Lindley-Ring der DWA erhält. Die DWA würdigt damit ihre entscheidende Rolle bei der Anerkennung des Zugangs zu sauberem Trinkwasser und zu einer hygienisch einwandfreien Sanitärentsorgung als Menschenrechten durch die Vollversammlung der Vereinten Nationen. Albuquerque hat auch wesentlichen Anteil daran, dass diese Rechte in die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung aufgenommen worden sind. Catarina de Albuquerque ist gegenwärtig Chief Executive Officer der Organisation Sanitation and Water for All, die ihren Sitz bei UNICEF in New York hat und weltweit Partner unter ihrem Dach vereint, die die Erreichung des Ziels „Sanitäre Einrichtungen und Wasser für alle“ fördern wollen. Verliehen wird der Ring im Rahmen des DWA-Dialogs Berlin, der am 18./19. September 2023 stattfinden wird. Hier wird sie auch dazu vortragen, welche Wirkung dieses Menschenrecht zeigt.

Catarina de Albuquerque besuchte die Deutsche Schule Lissabon und studierte im Anschluss Rechtswissenschaften in Lissabon. Ein folgender Master-Abschluss in Recht am Graduate Institute of International and Development Studies in Genf brachte sie in ersten Kontakt mit den Vereinten Nationen. 2008 wurde sie vom UN-Menschenrechtsrat (Human Rights Council) zur ersten UN Special Rapporteur on the human right to safe drinking water and sanitation ernannt. Im Jahr 2010 spielte sie eine entscheidende Rolle bei der Anerkennung des Zugangs zu sauberem Trinkwasser und einer hygienisch einwandfreien Sanitärentsorgung als Menschenrecht durch die Vollversammlung der Vereinten Nationen. 2014 begann sie ihre Arbeit bei Sanitation for All. 2018 wurde sie dort die erste Chief Executive Officer. Albuquerque wurde vom portugiesischen Parlament die goldene Menschenrechtsmedaille verliehen, vom portugiesischen Präsidenten wurde ihr der Verdienstorden des Landes überreicht.

Catarina de Albuquerque spricht unter anderem auch fließend Deutsch und freut sich sehr über den William-Lindley-Ring: „Ich fühle mich geehrt, diese Anerkennung zu erhalten. Sie spiegelt nicht nur meine eigenen Leistungen wider, sondern die aller Partner von Sanitation and Water for All, die sich unermüdlich für die Menschenrechte auf Wasser und sanitäre Einrichtungen einsetzen. Die Verwirklichung dieser Rechte ist eine kontinuierliche gemeinsame Anstrengung – um den politischen Willen zu stärken, Verantwortlichkeit zu fördern, Ungleichheiten zu bekämpfen –, und es bedeutet viel und ist wichtig, dass diese Arbeit öffentlich anerkannt und geschätzt wird.“

DWA-Präsident Prof. Dr. Uli Paetzel zollt Catarina de Albuquerque im Namen der ganzen DWA höchste Anerkennung: „Es ist immer wieder das hohe Engagement einzelner Menschen, das die Welt voranbringt und sie zu einem besseren Ort macht. Catarina de Albuquerque ist es wesentlich zu verdanken, dass der Zugang zu Trinkwasser ein Menschenrecht geworden ist. Wir alle, nicht nur unsere Mitmenschen im globalen Süden, haben ihr und ihren Gleichgesinnten viel zu verdanken. Catarina de Albuquerque wird als herausragende Persönlichkeit auch stellvertretend für andere ausgezeichnet.“

William-Lindley – Pionier der technischen Hygiene

Der William-Lindley-Ring wird verliehen zur Erinnerung an den Ingenieur William Lindley (1808 bis 1900). Geboren in London, hat Lindley Flusstunnel, Eisenbahnen, Gas- und Wasserwerke, öffentliche Bäder und Waschhäuser gebaut. Bekannt ist er vor allem durch seine Maßnahmen zur Abwasserkanalisation und Trinkwasserversorgung, die eine Antwort auf Choleraepidemien in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren. Bereits 1824 war er nach Hamburg umgezogen, wo er 1842 die erste Kanalisation auf dem europäischen Festland errichtete. Später folgten weitere hygienetechnische Pionierleistungen in Frankfurt a. M., Warschau, Pest, Düsseldorf, Basel und auf Helgoland, bevor er 1879 mit Eintritt in den Ruhestand endgültig nach London zurückkehrte.

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